Erster offizieller Gedenktag für Opfer rechter Gewalt in Erfurt

Heinz Mädel, Ireneusz Szyderski und Hartmut Balzke - sie starben in Erfurt durch rechte Gewalttaten. Nun soll ein Gedenktag mit Infoständen und Podiumsdiskussionen an die Opfer erinnern.

Erstmals soll in Erfurt ein offizieller Gedenktag für die Opfer rechter Gewalt stattfinden. Wie die Stadt zusammen mit verschiedenen Initiativen und Vereinen am Freitag mitteilte, sind am Samstag, 18. Oktober, Infostände, Workshops und Podiumsdiskussionen auf dem Domplatz geplant. "Mit diesem Gedenktag setzen wir in Erfurt erstmals ein sichtbares Zeichen für die Erinnerung an die Opfer rechter Gewalt und geben ihrem Schicksal einen festen Platz im öffentlichen Bewusstsein unserer Stadt", sagte Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU). "Erinnerung bedeutet für uns auch Verantwortung."

Der Gedenktag will demnach nicht nur an die Opfer erinnern, sondern deutlich machen, dass rechte Gewalt eine "akute gesamtgesellschaftliche Herausforderung" darstellt. Seit 1990 seien in Erfurt mindestens drei Menschen durch rechte Gewalttaten gestorben: Heinz Mädel, Ireneusz Szyderski und Hartmut Balzke. Sie stünden stellvertretend für zahlreiche Menschen, die bis heute Gewalt, Bedrohung und Ausgrenzung aus rassistischen Motiven erlebten.

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