Eine Medaille für Elke König

Es ist die höchste Auszeichnung der Nordkirche: die Bugenhagenmedaille. Elke König hat sie nach drei Jahrzehnten ehrenamtlichen Engagements erhalten – nicht zuletzt für ihr pädagogisches Geschick.

König und Jeremias halten die Medaille in die Kamera, im Hintergrund ein Altar
König und Jeremias halten die Medaille in die Kamera, im Hintergrund ein Altar

Greifswald/Züssow. Die Greifswalderin Elke König ist von der Nordkirche mit der Bugenhagenmedaille ausgezeichnet worden. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Tilman Jeremias, überreichte der 66-Jährigen die höchste Auszeichnung der Nordkirche in der Zwölf-Apostel-Kirche in Züssow bei Greifswald im Rahmen des Reformationsempfangs der Nordkirche. Durch ihr Engagement stärke König das Ehrenamt, „aber auch die Stimme der Frauen“, hieß es zur Begründung.

Elke König wurde Anfang der 1990-er Jahre zur Beisitzerin im Präsidium der Synode der EKD gewählt, dem sie seit dieser Zeit angehört. Von der Pommerschen Landessynode wurde sie 1998 zur Präses gewählt, seit 2006 war sie Vizepräses. Mit der Auflösung der Pommerschen Landeskirche 2012 übernahm sie als Präses die Leitung im nachfolgenden Pommerschen Kirchenkreis. Außerdem ist sie Vizepräses der Landessynode der Nordkirche. „Sie vermag mit pädagogischem Geschick zu leiten und zu lenken – gleichzeitig freundlich und klar, offen und orientiert an guten gemeinsamen Lösungen und mit dem Ziel fairer, gleichberechtigter Entscheidungsprozesse“, sagte die Präses der Landessynode, Ulrike Hillmann.

Einsatz für die Schwächsten

Unter dem biblischen Motto „Selig sind die Barmherzigen“ feierte die Nordkirche den Reformationstag mit rund 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur mit einem Gottesdienst in der Dorfkirche in Züssow und einem Empfang im Wichernhaus der Pommerschen Diakonie. Es sei sein Wunsch und Gebet, „dass wir den Einsatz für die Schwächsten nicht einfach an die Profis im Sozialsystem delegieren“, sagte Bischof Jeremias in seiner Predigt. Jeder Mensch sollte sich anrühren lassen von den Sorgen, Lasten und Problemen anderer und zupacken und helfen. Dabei sollten gleichzeitig auf der gesellschaftlichen Ebene Bedingungen geschaffen werden, „die ein Leben in Würde und in Teilhabe für alle ermöglichen“.

In der Zwölf-Apostel-Kirche in Züssow bei Greifswald feiert die Nordkirche den Reformationstag Foto: Nordkirche
In der Zwölf-Apostel-Kirche in Züssow bei Greifswald feiert die Nordkirche den Reformationstag Foto: Nordkirche

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt betonte in ihrer Ansprache, dass die Kirche aus dem Geist der Nächstenliebe heraus an der Seite aller stehen sollte, die Hilfe und Unterstützung suchen. Kirchen seien ein „verlässliche Partner – sowohl ganz konkret im Lebensalltag einzelner Menschen als auch gesamtgesellschaftlich im Sozialbereich“. Gerade gegenwärtig sei diese Partnerschaft von großer Bedeutung. „Kirchen und Kommunen entdecken einander als verlässliche Partner in der Gründung von Schulen, Kindertagesstätten oder der gemeinsamen Trägerschaft von Kultur- und Bildungseinrichtungen“, so Kühnbaum-Schmidt.

„Teilgabe“ statt „Teilhabe“ forderte die Greifswalderin Claudia Lohse-Jarchow in ihrem Impulsreferent. Sie lebt seit ihrer Kindheit mit einer fortschreitenden Muskelerkrankung und engagiert sich für Barrierefreiheit, insbesondere im Raum der Kirche. Eine tradierte diakonische Sichtweise erschwere es, sich Menschen mit Behinderung im Kirchengemeinderat, auf der Kanzel, als Lehrerinnen an der konfessionellen Schule oder als Chormitglied zu denken. „Die Rollstuhlrampe allein tut es nicht“, so Lohse-Jarchow. „Wenn wir es wagen, gute Möglichkeiten der Teilgabe für alle Menschen mit ihren verschiedenen Begabungen und Bedürfnissen zu schaffen, kommen wir dem Evangelium ein ganzes Stück näher und werden der Vielfalt der Schöpfung um einiges gerechter.“ (epd)