Ein singender Christ

Kurz vor seinem runden Geburtstag sprach Manfred Siebald mit Gerd-Matthias Hoeffchen über seine Musik und sein Leben.

Sie werden demnächst 70, geben reichlich Konzerte, arbeiten nach wie vor an der Uni. Von Ruhestand merkt man da nicht viel.
Ich sage gern: Jetzt befinde ich mich nicht mehr im Muss-Modus, sondern im Darf-Modus. Ich arbeite einfach sehr gerne, solange ich das, was ich tue, als sinnvoll empfinde – sowohl in meiner Arbeit an der Universität als auch bei meinen Konzerten.

Sie haben an die 3000 Konzerte gegeben und an die 400 Lieder geschrieben. Ist ein Lieblingslied dabei?
Mein liebstes Lied ist eigentlich immer das, was ich gerade als letztes geschrieben habe. Das ist noch neu, das muss ich erst selbst noch kennenlernen, und mit dem muss ich noch Erfahrungen sammeln. Aber ein echtes Lieblingslied habe ich nicht.

„Ins Wasser fällt ein Stein“ ist wohl das Lied, das die meisten mit Ihnen in Verbindung bringen.
Stimmt, es steht auch im Evangelischen Gesangbuch. Es ist vielleicht nicht mein allergrößter Wurf, aber die Menschen singen es offenbar gerne, und das freut mich natürlich.

Auf welche Lieder reagieren denn die Leute bei den Konzerten?
Das ist sehr unterschiedlich. Aber Rückmeldungen kommen immer. Sehr stark in letzter Zeit zum Beispiel auf das Lied, das ich über die Pflege und das Sterben meiner Mutter geschrieben habe: „Deine letzten Schritte“. Mich berührt es auch immer, wenn ich sehe, dass der Refrain meines Liedes „Ich gehe weiter, nur ein wenig weiter“ auf einem Grabstein oder in einer Traueranzeige zu sehen ist.

Manche Leute sagen, Ihre Lieder seien gesungene Predigten. Sehen Sie sich eher als Künstler oder als Prediger?
Die Lieder sind auf der einen Seite nach den Regeln der Kunst geschriebene und vertonte Texte. Aber genau wie Predigten möchten sie informieren über den Glauben an Jesus Christus und möchten Menschen zeigen, dass Gott es unbeschreiblich gut mit ihnen meint. Ich würde sagen: Ich bin ein singender Christ.

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