In der Hektik des Alltags geht die Intuition oft verloren. Ein Sozialpsychologe und eine Führungscoachin geben Tipps, wie man lernt, das eigene Bauchgefühl besser wahrzunehmen.
Wie kann man die eigene Intuition bewusster wahrnehmen und ihr vertrauen, ohne dabei blind zu handeln? Sozialpsychologe Tilmann Betsch und Coachin Jessica Megow haben folgenden Rat:
- Innehalten - den Körper zuerst fragen: Vor wichtigen Entscheidungen kurz still werden. Drei bewusste Atemzüge, dann die Frage: "Was spüre ich gerade?" Was passiert im Bauch, in der Brust, in den Schultern? Das erste Empfinden notieren, ohne es zu bewerten.
- Körper-Scan - feine Signale wahrnehmen: Einmal täglich für zwei Minuten den Körper "durchscannen", von Kopf bis Fuß, ohne etwas zu verändern. Wo fühlt sich etwas eng, wo weit, wo neutral an? Diese Übung stärkt die Wahrnehmung und hilft dabei, wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen.
- Erfahrung einbeziehen - Intuition mit Wissen koppeln: Gute Intuition entsteht aus Erfahrung. Fragen Sie sich nach einer Entscheidung: "Worauf gründete sich mein Gefühl?" und: "Welche Erfahrungen könnten es geprägt haben?"
- Das intuitive Tagebuch - Rückmeldung an sich selbst: Schriftlich festhalten, wann das Bauchgefühl richtig lag und wann nicht. Wie war das Körpersignal vorher? Welche Umstände herrschten?
- Kleine Entscheidungen intuitiv üben: Die Intuition im Alltag trainieren, etwa beim Essen, beim Spaziergang oder bei Begegnungen. Dafür eine Unternehmung oder Tätigkeit bewusst nach Gefühl auswählen - und später das Ergebnis beobachten.
- Bauch und Kopf miteinander in Dialog bringen: Wenn eine Entscheidung ansteht, zunächst in den Körper hineinspüren, was sich körperlich zeigt. Dann den Verstand hinzunehmen: Was spricht rational dafür oder dagegen? Beide Perspektiven aufschreiben, bevor eine Entscheidung fällt.