DAK-Report fordert mehr Entlastung für pflegende Angehörige

Als „Rückgrat der Pflege“ bezeichnet die Krankenkasse pflegende Angehörige. Doch deren Belastungen sind hoch, nicht nur finanziell.

Die finanziellen Belastungen für pflegende Angehörige sind hoch
Die finanziellen Belastungen für pflegende Angehörige sind hochimago/Martin Wagner

Hamburg. Immer mehr Menschen werden laut DAK-Pflegereport zu Hause gepflegt. So wurden im vergangenen Jahr 4,6 Millionen gesetzlich Versicherte von ihrer Pflegekasse unterstützt, im Jahr zuvor waren es noch 4,3 Millionen, wie die Krankenkasse in Hamburg mitteilte. Der Anteil der stationär Gepflegten habe sich kaum verändert. „Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der Pflege in Deutschland. Deshalb müssen wir sie entlasten“, forderte DAK-Vorstandschef Andreas Storm.

Auch 86 Prozent der Deutschen erwarten mehr Einsatz der Politik für die Pflege, so eine repräsentative Umfrage für den Report. Die meisten Pflegebedürftigen möchten demnach zu Hause wohnen, und ihre Angehörigen wollen ihnen das auch ermöglichen. Aber diese Situation sei gesundheitlich, finanziell und emotional belastend. Storm: „Sie brauchen mehr Unterstützung.“

Wer Pflegegeld bekommt

Kurzfristig gehe es um eine finanzielle Entlastung, mittelfristig müsse die Unterstützung vor Ort strukturell verbessert werden. „Gerade in Zeiten steigender Kosten durch sich überlagernde Krisen geht es zunächst um eine Reduzierung der finanziellen Belastungen“, sagte der Krankenkassenchef. Er forderte, das Pflegegeld 2023 um mindestens zehn Prozent zu erhöhen. Laut Report finden 61 Prozent der Befragten eine Erhöhung des Pflegegeldes „sehr wichtig“. Nach Angaben der DAK beziehen bundesweit rund 2,25 Millionen Pflegebedürftige Pflegegeld und etwa 553.000 Pflegebedürftige eine Kombination aus Pflegegeld und Sachleistungen. Zwei von drei Betroffenen (67 Prozent) wüssten allerdings nicht alle für sie relevanten Unterstützungs- und Leistungsangebote, heißt es in dem Report.

Die DAK-Gesundheit ist als drittgrößte bundesweite Krankenkasse auch eine der größten Pflegekassen in Deutschland: Derzeit sind 459.662 ihrer 5,5 Millionen Versicherten pflegebedürftig. Weitere Erkenntnisse für den Report lieferten qualitative Interviews in allen Bundesländern sowie eine repräsentative Allensbach-Befragung. Im Juli 2022 wurden 5.468 Männer und Frauen im gesamten Bundesgebiet online befragt. Demnach haben 43 Prozent der Bevölkerung bereits Erfahrung mit der Pflege von Angehörigen, 15 Prozent der Bevölkerung sind derzeit damit befasst.