Ursprünglich soll der Gedanke der Sozialen Medien gewesen sein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Doch immer häufiger wird auf diesen nur noch Hass transportiert. Rufe nach Regulierung werden stärker.
Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat den aggressiven und verachtenden Tonfall in den sogenannten Sozialen Medien kritisiert. Bei der Herbstvollversammlung des Landeskomitees der Katholiken in Bayern am Freitag im niederbayerischen Deggendorf forderte er, endlich intensiv zu regeln, was auf den verbreiteten Online-Plattformen erlaubt sein dürfe. Vor allem sollten die Nutzer verpflichtet werden, mit Klarnamen aufzutreten. Auch der verwendete Algorithmus müsse transparent gemacht werden und dürfe nicht Leuten wie etwa dem Eigentümer von “X”, Elon Musk, überlassen werden.
Der aus Niederbayern stammende Katholik Weber ist Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP) und der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. Er ist als Einzelpersönlichkeit ins höchste katholische Laiengremiums Bayern berufen worden.
Erst jüngst hatte auch der Publizist Michel Friedman dazu aufgerufen, Kinder besser vor einem durch Social Media transportierten Hass zu schützen. “Ich bestehe darauf, dass wir als Demokraten, und das sagt auch das Grundgesetz, das regulieren können”, sagte er bei der Verleihung des Katholischen Medienpreises in München. Als Beispiel führte er die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) an, die Filme nach Alter gestuft freigibt. “Was wir beim Kino konnten, scheinen wir bei den Sozialen Medien nicht zu können.” Weiter betonte er, Hass sei keine Meinung, sondern pure Gewalt.