Chefredaktion verurteilt Mordaufruf gegen “taz”-Journalisten

Gegen den „taz“-Journalisten Nicholas Potter ist nach Angaben der Zeitung auf einem Plakat offen zur Gewalt aufgerufen worden. „Eine solche Qualität der Bedrohung ist bislang überwiegend aus dem rechtsextremen Spektrum bekannt“, erklärte die Chefredaktion der „tageszeitung“ am Mittwoch in einer Stellungnahme. Auf dem in Berlin aufgetauchten Plakat stehe unter dem Gesicht Potters, Menschen wie er „bluten wie jeder andere auch und sie können erniedrigt und eliminiert werden“. Potter berichtet häufig zum Nahost-Konflikt.

Zudem sei das Plakat mit der Überschrift „Wanted“ und der antiisraelischen Parole „From the river to the sea“ versehen. Demnach seien die Drohungen auch in englischer und arabischer Sprache verfasst.

„Die Drohungen gegen Nicholas Potter sind, neben der ganz persönlichen Bedrohung des Kollegen, auch ein Angriff auf die Pressefreiheit“, erklärte die „taz“. Die Chefredaktion verwies in dem Zusammenhang auf die 89 Übergriffe gegen Journalistinnen und Journalisten im vergangenen Jahr, die von Reporter ohne Grenzen registriert wurden. Das sei eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr gewesen.

Potter ist bereits seit mehreren Monaten Opfer andauernder Kampagnen auf Social-Media-Plattformen. Erst im vergangenen Monat hatte sich die Chefredaktion der „taz“ öffentlich hinter den Journalisten gestellt.

Wer die Urheber hinter dem neuen Plakat mit dem Gewaltaufruf sind, sei bisher unbekannt. Zur Chefredaktion der „taz“ gehören die Journalistinnen Barbara Junge, Ulrike Winkelmann und Katrin Gottschalk.

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