Mögliche Konsequenzen aus der tödlichen Messerattacke in Mannheim werden hitzig diskutiert. Bundestagspräsidentin Bas mahnt zu Besonnenheit in der Debatte.
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat nach der tödlichen Messerattacke in Mannheim das hohe Gut der Meinungsfreiheit hervorgehoben. "Niemand hat das Recht, andere Menschen wegen ihrer Meinung, ihrer politischen Überzeugung oder ihrer Religion zu attackieren", sagte Bas am Mittwoch zu Beginn der Bundestagssitzung. Die Meinungsfreiheit gelte auch für kontroverse Meinungen.
Zugleich ermahnte Bas alle Parlamentarier zu einer offenen und ehrlichen Debatte. "Als Abgeordnete tragen wir eine besondere Verantwortung, wie die Debatte um die Ursachen und Folgen des Attentats geführt wird. Bas erinnerte zudem an den getöteten Polizisten und würdigte die Arbeit aller Polizistinnen und Polizisten.
Ein 25 Jahre alter Afghane hatte am Freitag bei einer islamkritischen Kundgebung auf dem Mannheimer Marktplatz ein Messer gezogen und sechs Menschen verletzt; der 29 Jahre alte Polizist erlitt die tödlichen Stiche, nachdem er zur Hilfe geeilt war. Die Ermittler vermuten ein islamistisches Motiv für die Tat. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) kündigte Aufklärung sowie ein hartes Vorgehen gegen Extremisten an und warnte zugleich vor Pauschalverurteilungen.