Bundespräsident Steinmeier gratuliert Baselitz

Seit Jahrzehnten besitzen die Gemälde und Skulpturen eine ungebrochene Aktualität, sagt der Bundespräsident. Baselitz hinterfrage gewohnte Denkroutinen.

Georg Baselitz bei einer Vernissage in Salzburg im Mai 2015
Georg Baselitz bei einer Vernissage in Salzburg im Mai 2015imago/Manfred Siebinger

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Künstler Georg Baselitz zum 85. Geburtstag gratuliert. „Ihre Kunst hat die Grundlagen der Malerei radikal in Frage gestellt – und ihr dabei gleichzeitig ungeahnte Möglichkeiten eröffnet“, heißt es in einem in Berlin veröffentlichten Glückwunschschreiben. Baselitz wird am Montag 85 Jahre alt.

Seine Gemälde und Skulpturen besäßen eine seit Jahrzehnten ungebrochene Aktualität und eine Anziehungskraft, die den Betrachter stets von Neuem in ihren Bann schlage, erklärte der Bundespräsident. Kein anderer Künstler habe in den 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland die Auswirkungen der Nazizeit auf die Psyche und das Verhalten der Überlebenden derart radikal und konfrontativ zum Thema seiner Kunst gemacht.

Auf den Kopf gestellt

Durch das Auf-den-Kopf-Stellen der Bildmotive hinterfrage Baselitz gewohnte Denkroutinen und Blickwinkel. „Ihr Anliegen, Malerei als eine der Möglichkeiten zu begreifen, über die der Mensch verfügt, um zu Wahrheit und Erkenntnis zu gelangen, erschließt sich jedem, der staunend und bewundernd vor Ihren Bildern steht“, betonte Steinmeier. Baselitz habe die Geschichte des einst geteilten Landes auch anhand seiner eigenen Biografie eindrucksvoll dargestellt.

Der im sächischen Deutschbaselitz geborene Maler beendete sein Studium an der West-Berliner Hochschule der bildenden Künste. Er war zuvor von der Hochschule für bildende und angewandte Künste in Ost-Berlin wegen „gesellschaftspolitischer Unreife“ ausgeschlossen worden.