"Es brennt an allen Enden": Der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer sieht Politik, Gesellschaft und Kirche unter Druck. Und wirbt für breite Bündnisse jenseits der AfD. Worauf es ihm zufolge jetzt ankommt.
Der mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer hat vor den politischen Folgen einer permanenten Krisenstimmung gewarnt. "Es brennt an allen Enden: innerkirchlich, gesellschaftlich und in der Welt", sagte er laut Manuskript am Mittwoch in Erfurt anlässlich der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Das mache vielen Menschen Angst. "Viele Ängste kommen wohl daher, dass wir uns einfache Lösungen wünschen. Die es nicht gibt."
"Wir werden nicht in Angstmache und Untergangsstimmung einstimmen", sagte Kramer mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im nächsten September. "Wir werden werben für die Möglichkeit, nach der Wahl demokratische Bündnisse jenseits der AfD schließen zu können. Wir werden in breiten gesellschaftlichen Bündnissen aktiv sein. Wir werden ,Herz statt Hetze' groß machen."
Werde die Angst zur Grundmelodie der Gesellschaft, gerieten Demokratie und Institutionen schnell unter Druck, so Kramer: "Für ein faires, demokratisches Miteinander braucht es Liebe zum Guten, Hoffnung auf die Zukunft und ein angstfreies Zusammenleben."
Das EKM-Kirchenparlament, dem 84 Synodale angehören, tagt und berät noch bis Samstag über weitgehend innerkirchliche Themen wie etwa den Verkündigungsdienst sowie Haushaltsfragen.