Bischof Meister wirbt für mehr Bürgerbeteiligung

Landesbischof Ralf Meister hat sich für mehr Mitspracherechte der Bevölkerung bei kirchlichen Entscheidungen ausgesprochen.

Landesbischof Ralf Meister
Landesbischof Ralf MeisterJens Schulze/epd

Hannover. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat sich für mehr Mitspracherechte der Bevölkerung bei politischen Entscheidungen und auch in der Kirche ausgesprochen. "Es gibt Elemente, die die Grundlagen unseres Gemeinwesens mit seiner Freiheit, seiner Solidarität und seinem fairen, gewaltfreien Streit um die Wahrheit stärken können", sagte der evangelische Bischof am Freitag bei der Frühjahrstagung des Kirchenparlamentes in Hannover. "Eines dieser Elemente ist eine gelingende Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern."

Probates Mittel gegen "Weltvereinfacher"

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland hielten es für sehr wichtig, ihre Sicht einzubringen und mitzudiskutieren, bevor die Politik Entscheidungen treffe. Dies ist aus Meisters Sicht auch ein Mittel gegen "Weltvereinfacher", die hinter einer demokratischen Fassade ein autoritäres System anstrebten. Auch Institutionen wie die Kirchen seien gefragt, wenn es um die Stärkung des demokratischen Gemeinwesens gehe, sagte er. Es müsse nach Formen der Beteiligung gesucht werden, bei denen die Breite der Bevölkerung in den Blick genommen werde.

Ehrenamt stärken

Innerhalb der evangelischen Kirche müsse das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen noch besser gestaltet werden, führte der Bischof aus. Er schlug vor, Ombudsstellen einzurichten, die sich für die Belange Ehrenamtlicher einsetzen sollten. Besonders für die Leitungsgremien wie Kirchenvorstände ließen sich zunehmend schwer Ehrenamtliche gewinnen. Dabei werde ihre Rolle zunehmend wichtig. "Die Kirche von Morgen wird eine Kirche von überzeugten, ideenreichen, glaubensmutigen und wortgewandten Ehrenamtlichen sein." (epd)