Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz COP30 im November im brasilianischen Belém haben viel Kritik hervorgerufen. Ein Bischof aus Brasilien sieht gerade Deutschland in der Pflicht.
Der brasilianische Bischof Vicente Ferreira hat sich über Deutschlands Rolle auf der Weltklimakonferenz COP30 enttäuscht gezeigt. “Angesichts der Stärke und Größe haben wir von Deutschland mehr erwartet”, sagte er am Montag dem kirchlichen Kölner Internetportal domradio.de. Vor allem habe die Klimabewegung in Brasilien auf mehr Unterstützung für die brasilianische Regierung bei der Roadmap gehofft, einem internationalen Fahrplan für den Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle, “wo eine Entscheidung dringend erforderlich ist”.
Die Weltklimakonferenz sei vor allem ein großer Verhandlungstisch, an dem Staaten und Unternehmen sitzen, so der Bischof von Livramento de Nossa Senhora im brasilianischen Bundesstaat Bahia. “Natürlich gab es einige Fortschritte, aber wir haben mehr erwartet, zum Beispiel einen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen oder das Ende der Erdölförderung im Amazonas. Daher fand ich die Abschlusserklärung schwach.”
Die Entwicklungen im Amazonasgebiet sehe er mit großer Sorge, fügte der Bischof hinzu. Die Abholzung des Regenwaldes schreite voran, weil immer mehr Bodenschätze abgebaut werden und das Agrobusiness ausgeweitet wird. “Und das geschieht zum Nachteil der kleinen Gemeinden und indigenen Gemeinschaften. Aber wir brauchen den Amazonas als Lebensraum, für die Artenvielfalt.”
Allerdings gebe es großen gesellschaftlichen Widerstand gegen die Zerstörungen. “Auch die indigenen Gruppen sind heute viel besser organisiert. Die Antwort sind wir, das ist unsere Kirche und wir unterstützen das.”
“Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas” ist das Motto der diesjährigen Weihnachtsaktion des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Bischof Vicente Ferreira hält sich dazu als Gast in Deutschland auf.