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Bischof Bätzing wirbt zum Jahresende für Hoffnung und Verantwortung

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat angesichts von globalen Krisen und Negativschlagzeilen zu einem bewussten Perspektivwechsel aufgerufen.
„Fehlt es eigentlich an guten Nachrichten – oder erzählen wir zu wenig davon?“, fragte der Bischof in seiner Predigt am Silvesterabend im Frankfurter St.-Bartholomäus-Dom. Hoffnung entsteht laut Bätzing dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und auf die Gnade Gottes vertrauen.

Der Limburger Bischof griff die Erfahrung vieler Menschen auf, die sich von der täglichen Nachrichtenlage überfordert fühlen. Viele schauten keine Nachrichten mehr, nicht aus Desinteresse, sondern weil es sie zu traurig mache. Gerade deshalb brauche es Erzählungen, die Mut machen. Integration gelinge, wenn Menschen füreinander einstehen. Bätzing thematisierte auch den Medienkonsum in einer digital geprägten Welt. Unkontrollierte Mediennutzung könne insbesondere für Kinder und Jugendliche eine Gefahr darstellen.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ging auch auf den Mitgliederschwund in der Kirche ein. Die Kirche müsse lernen, nicht von der Zugehörigkeit der Mehrheit auszugehen, sondern von unten hinauf zu zählen – so wie am Anfang des Christentums, sagte er. „Jeder Christ, jede Glaubende ist ein Wunder der Gnade Gottes“, so Bätzing. Er verwies darauf, dass in Frankreich die Zahl erwachsener Menschen, die um die Taufe bitten, sprunghaft gestiegen sei. In Deutschland habe eine Umfrage jüngst ergeben, dass etwas mehr als die Hälfte der jungen Katholiken sich erneut für die katholische Kirche entscheiden würde.