Bestsellerautor Lütz: Gewaltkult mit Werten überwinden

Der bekannte Psychiater und Theologe Manfred Lütz sieht eine Rückkehr der Gewaltverherrlichung in der Gesellschaft. Umso wichtiger sei es, mit christlichem Religionsunterricht und der Kunst andere Perspektiven zu zeigen.

Der katholische Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz (70) sieht den christlichen Glauben als Heilmittel gegen den neuen Gewaltkult in der Gesellschaft. "Wenn heute das Christentum in unseren Breitengraden zurückgeht und die ursprüngliche Gewaltverherrlichung wieder hervortritt, dann müssen auch Atheisten, die am Erhalt unserer westlichen Werteordnung interessiert sind, für den christlichen Religionsunterricht eintreten", sagte Lütz bei der Präsentation seines neuen Buches "Der Sinn des Lebens" am Donnerstag in Berlin. "Nur so kann man wissen, was die Wurzeln unserer Werte sind."

Schon Heinrich Heine habe Angst davor gehabt, dass die "alte germanische Gewalttätigkeit" wieder zurückkomme, sagte Lütz weiter. "Wir haben jetzt die Debatte über die Kriminalstatistik, zunehmende Gewalt an den Schulen, einen 13-jährigen Teenager in Dortmund, der einen Obdachlosen umbringt", so Lütz. Die Politik reagiere darauf immer mit denselben Dingen, die nicht falsch seien: mehr für die Integration tun, Anti-Aggressionspläne anbieten schon in der Kita. "Aber wenn Gewalt verherrlicht wird, wie es heute häufig geschieht, dann wird das allein nicht helfen", so Lütz weiter.

Das Christentum setze der Gewaltverherrlichung die Feindesliebe entgegen und Kunstwerke, die in der Lage seien, die Seelen der Menschen zu berühren und Versöhnung zu ermöglichen. "Ich glaube wirklich, wenn ein Rechtsradikaler und ein Linksradikaler sich zusammen fünf Stunden lang die Pieta von Michelangelo ansehen, werden sie danach netter miteinander umgehen. Verständiger." Gewaltlosigkeit sei das "große Signum" des Christentums.

Lütz ist Psychiater, Theologe, Autor und tritt gelegentlich als Kabarettist auf. In seinem neuen Buch "Der Sinn des Lebens" beschreibt er weltberühmte Kunst- und Bauwerke Roms.

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