Sechs Millionen Jüdinnen und Juden sind von den Nationalsozialisten ermordet worden. An sie hat der Berliner Bischof Christian Stäblein erinnert – und einen Appell an die Gesellschaft gerichtet.
Der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein hat anlässlich des Schoah-Gedenktages am 27. Januar der Opfer des Holocaust gedacht. “Wir erinnern an Menschen, nicht an Zahlen – an Namen, Gesichter und Lebensgeschichten. Jeder von ihnen zählt und fehlt bis heute in unserer Welt”, teilte er am Dienstag in Berlin mit.
Der 27. Januar, der unter anderem an die durch die Nationalsozialisten ermordeten sechs Millionen Jüdinnen und Juden erinnert, bleibe Mahnung und Auftrag. “Antisemitismus und Rechtsextremismus sind gegenwärtig und gefährlich. Sie bedrohen jüdisches Leben und sie bedrohen unsere offene Gesellschaft”, so Stäblein. “Erinnerung verpflichtet zum Handeln. Schweigen, Wegschauen oder Relativieren dürfen keinen Platz haben.”
Die evangelische Kirche wisse um ihre besondere Verantwortung und um ihre Schuldgeschichte. “Nie wieder” sei kein Gedenksatz, “Nie wieder” sei Gegenwart. “Wir erinnern, damit Menschen nicht wieder zu Zahlen gemacht werden. Wir erinnern, damit Leben geschützt wird. Wir erinnern, weil Schweigen keine Option ist.”