Der Berliner Bischof Christian Stäblein hat an Weihnachten für eine humanitäre Welt geworben. Die Botschaft von Weihnachten sei, dass Gott die Menschen annimmt und Erbarmen hat, sagte Stäblein am Mittwoch in „Welt TV“. Der Sender sprach Stäblein hinsichtlich der Trennung von Politik und Kirche auf einen von ihm am Montag mitunterzeichneten offenen Brief zur Aufnahme von in Pakistan festsitzenden Afghanen an. Der Bischof betonte, dass es ihm dabei neben Humanität auch um Treue und Verlässlichkeit von Aufnahmezusagen gehe.
Stäblein ist zugleich Flüchtlingsbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er betonte dabei seine Aufgabe, über den Parteien und für Humanität zu stehen. In einem Gastbeitrag in der Berliner „Morgenpost“ verwies Stäblein am Mittwoch zudem auf Jesus als „Flüchtlingskind“. Weit mehr als 100 Millionen Menschen befänden sich derzeit weltweit auf der Flucht, erklärte der Bischof. So sei Weihnachten als ethischer Auftrag zu verstehen, füreinander einzustehen und jedes Menschenleben als wertvoll anzuerkennen.
Wie Stäblein „Welt TV“ sagte, erkenne er trotz sinkender Mitgliedszahlen der Kirche einen Trend: Mehr Menschen besuchten an Weihnachten Gottesdienste als in früheren Jahren. Das zeige die „Sehnsucht der Menschen nach einer anderen Botschaft, nach einer anderen Welt“. Am Ende komme es nicht „auf volle oder leere Kirchen an, sondern auf den Frieden auf dieser Erde.“