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Beethovens letzter Flügel kommt als Nachbau auf die Bühne

Musikgeschichte zum Hören – das Bonner Beethoven-Haus lässt den letzten Flügel des Komponisten rekonstruieren. Fachleute raten von einer Restaurierung des Originals ab.

Der letzte Flügel des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) soll als Nachbau neu erklingen. Bis Ende dieses Jahres werde die Rekonstruktion fertig und dann auf Konzerten zum Einsatz kommen, teilte das Beethoven-Haus in Bonn am Freitag mit. Das Original-Instrument, das in dem Museum ausgestellt ist, sei nicht mehr spielbar. Der Nachbau werde in Zusammenarbeit mit dem belgischen Orpheus Instituut und der Katholischen Universität Leuven entstehen. Er diene auch zur Erforschung klavierbautechnischer Hintergründe.

Beethoven lieh den Original-Hammerflügel laut Museum im Januar 1826 von einem Wiener Klavierbauer. Als der Komponist rund ein Jahr später starb, ging das Instrument zurück an seinen Besitzer. Der versah den Flügel mit einem Schild “L. van Beethofen”. 1889 erwarb der gerade gegründete Verein Beethoven-Haus Bonn das Instrument als eines der ersten Objekte für seine Sammlung.

Eine Besonderheit ist die vierchörige Bespannung des Flügels, wie das Museum erklärte. Ab D habe er also vier statt der heute üblichen drei Saiten pro Taste. In den 1960er-Jahren sei das Instrument zuletzt überholt worden – mit “damals üblichen schwer reversiblen Methoden”. Heute sei der Flügel nicht mehr spielbar. Fachleute rieten von einer weiteren Restaurierung ab.

“Es war uns schon lange ein Anliegen, die originale Gestalt des Instruments herauszuarbeiten”, sagte der Direktor des Beethoven-Hauses, Malte Boecker. Mit dem Nachbau wurde dem Museum zufolge der belgische Klavierbauer Chris Maene beauftragt. Er habe bereits vergleichbare Rekonstruktionen zweier anderer Flügel aus Beethovens Besitz durchgeführt. Das Projekt ist Teil des anstehenden Beethoven-Jubiläumsjahrs 2027 zum 200. Todestag des Komponisten.