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Bedauern aus kirchlichen Verbänden und Gruppen nach Bätzing-Rückzug

Lob für seinen Kurs: Der größte katholische Frauenverband Deutschlands und “Wir sind Kirche” bedauern den Rückzug von Bischof Bätzing als DBK-Vorsitzender. Sorge macht der Fortgang der angestoßenen Reformen.

Katholische Verbände und Gruppen haben mit Bedauern auf die Entscheidung des Limburger Bischofs Georg Bätzing reagiert, nicht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung zu stehen. “Wir danken ihm für seinen engagierten Einsatz, vor allem im Synodalen Weg”, erklärte Ulrike Göken-Huismann, stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am Dienstag.

In einer krisengeprägten Zeit habe Bätzing den Reformprozess der Kirche in Deutschland maßgeblich geprägt und mit großer persönlicher Verantwortung begleitet – “oft gegen erheblichen Gegenwind, teils aus den eigenen Reihen wie auch aus Rom”, betonte Göken-Huismann. “Sein eindeutiges Bekenntnis zur Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche, zur Zulassung von Frauen zu allen Diensten und Ämtern sowie zur konsequenten Aufarbeitung sexualisierter Gewalt haben wir stets begrüßt.”

Besonders erwähnenswert sei auch sein Engagement für den sakramentalen Diakonat der Frau, ergänzte die kfd-Vize. Vom neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz erwarte der nach eigenen Angaben größte katholische Frauenverband, dass der Synodale Prozess konsequent weitergeführt werde.

Die Reformbewegung “Wir sind Kirche” hingegen wertete Bätzings Rückzug als Rückschlag für Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland. Es bestehe die Befürchtung, “dass dies den Weg der Kirche in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit noch beschleunigen wird”, teilte das Leitungsteam mit.

Dennoch habe der Synodale Weg unter Bätzing “trotz aller inneren und äußeren Schwierigkeiten wesentliche grundlegende wie handlungsorientierte Reformschritte erarbeitet, die auch weltweit Beachtung finden, auch auf der Ebene des 2021 von Papst Franziskus begonnenen weltweiten Synodalen Prozesses”, betonte “Wir sind Kirche”. Man danke Bätzing besonders für seinen Einsatz für die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und für Reformenforderungen wie etwa den Frauendiakonat.

Der 64-jährige Bätzing, Bischof von Limburg, hatte am Montag mitgeteilt, bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 23. bis 26. Februar in Würzburg nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren. Nun wird in Würzburg ein Nachfolger für die kommenden sechs Jahre gewählt. Würdigungen für Bätzings Wirken kamen unter anderem von der Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sowie von Politikern verschiedener Parteien.