Die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag hat das Seepferdchen-Gutscheinprogramm der Staatsregierung als Rohrkrepierer kritisiert. Von den 300.000 im Schuljahr 2023/2024 an Erstklässler sowie Vorschulkinder ausgegebenen Gutscheinen seien bis zum Halbjahr nicht mal fünf Prozent eingelöst worden, kritisierten die Grünen am Donnerstag. Sie beziehen sich auf Zahlen des Innenministeriums. Auf diese Weise könne die sinkende Schwimmfähigkeit der Kinder im Freistaat nicht flächendeckend verbessert werden. Die Fraktion fordert stattdessen intakte Schwimmbäder und mehr Schwimmunterricht in den Schulen.
Grund für die gerade einmal 14.500 eingelösten Gutscheine zum Halbjahr sei offenbar, dass den Anbietern von Schwimmkursen die Abrechnung zu aufwendig ist. Denn weil Kurse zum Erwerb des „Seepferdchens“ rar und dementsprechend schnell auch mit Selbstzahlern ausgebucht seien, bestehe für die Anbieter überhaupt kein Anreiz, die Gutscheine entgegenzunehmen. Um an die 50 Euro Gutscheinwert zu kommen, müssen die Gutscheine nach Kursende bei der Kreisverwaltungsbehörde oder dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) eingelöst werden. Künftig soll es 2,50 Euro Aufwandsentschädigung je Gutschein geben.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze sprach von einem „Bauchpatscher“ von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Abermals habe die Staatsregierung „Eltern und Kinder außer einer schicken Ankündigung wenig geliefert“. (00/1815/13.06.2024)