Den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel verband eine persönliche Freundschaft mit Papst Franziskus. Mit dem neuen Papst Leo XIV. will Bartholomaios I. die ökumenische Zusammenarbeit intensivieren.
Die Namenswahl von Papst Leo XIV. ist nach Einschätzung des Ehrenoberhaupts der orthodoxen Christen weltweit, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, positiv. Vorgänger Leo XIII. (1878-1903) habe dessen Soziallehre und soziales Wirken ausgezeichnet, sagte Bartholomaios I. laut griechischen Medien am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Athener Museum. Der Patriarch wünschte sich, mit dem neuen Papst die begonnene Arbeit der Annäherung von orthodoxer und römisch-katholischer Kirche fortsetzen zu können.
2013 hatte Bartholomaios I. - als erster Patriarch von Konstantinopel seit fast 1.000 Jahren - an der Amtseinführung eines römischen Papstes teilgenommen, der von Franziskus. Auch zu seiner Beisetzung Ende April kam der 85-Jährige.
Gerne hätte der Patriarch mit Franziskus in rund zwei Wochen das 1.700-Jahr-Jubiläum des ökumenischen Konzils von Nicäa am historischen Ort in der Türkei begangen. Ende April äußerte er die Hoffnung, dass Franziskus' Nachfolger nach Nicäa reisen könne. Er wolle mit dem neuen Papst eine Botschaft überbringen "von Einheit, Liebe, Brüderlichkeit und eines gemeinsamen Weges in die Zukunft der Kirchen, in die Zukunft des Christentums". In einer emotionalen Botschaft zum Tod von Franziskus hatte er ihn als "einen wertvollen Bruder in Christus" und "einen wahren Freund der Orthodoxie" bezeichnet.