Axel Springer SE kündigt Verträge mit Corint Media

Der Medienkonzern Axel Springer SE kündigt seine Verträge mit der Verwertungsgesellschaft Corint Media. Das teilte ein Sprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage am Donnerstag in Berlin mit. Axel Springer fokussiere sich auf die beschleunigte Digitalisierung der Medienbranche, hieß es weiter. In diesem Zusammenhang habe man sich entschieden, „alternative Modelle für die Vergütung unserer Inhalte auszuloten.“ Zuerst hatte das Branchenmagazin „Horizont“ darüber berichtet.

Der Sprecher ergänzte, dass man sich deshalb offen zeigen wolle für bilaterale Partnerschaften mit KI-Unternehmen, „die uns für die Nutzung und Ausspielung aktueller journalistischer Inhalte fair entlohnen.“ Mit OpenAI habe man bereits eine solche Partnerschaft geschlossen und damit einen neuen Erlösstrom für journalistische Inhalte etabliert. Gleichzeitig befürworte Axel Springer immer noch die kollektive Wahrnehmung der aus dem Presseleistungsschutzrecht entstandenen Rechte durch eine gemeinsame Verwertungsgesellschaft, betonte der Sprecher.

Die Kündigung betreffe die Wahrnehmungsverträge der Pressetitel der deutschen Medienmarken, der Sender Welt TV verbleibe als Gesellschafter über die Premium-Gruppe in der Corint Media. Zur Premium-Gruppe gehören die Welt-Gruppe, „Politico Deutschland“ und „Business Insider Deutschland“. Corint Media nimmt nach eigenen Angaben die Urheber- und Leistungsschutzrechte nahezu aller deutschen und mehrerer internationaler privater Fernseh- und Radiosender sowie von zahlreichen Presseverlegern wahr.

Corint Media und Google befinden sich seit Jahren in einem Streit um die Nutzung von Presseinhalten durch die Suchmaschine. Eine derzeitige Zwischenlösung sieht vor, dass Google zunächst 3,2 Millionen Euro jährlich an die Verwertungsgesellschaft zahlt, bis die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt über die tatsächliche Höhe der Vergütung entscheidet.

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