Die Biologin Ahana Aurora Fernandez erhält den Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung (DWS). Fernandez, die seit September 2025 an der Universität Münster eine Juniorforschungsgruppe zur Fledermausforschung leitet, bekommt den Preis für ihre Forschungsprojektidee mit dem Titel „Von der Geburt bis zur Balz: Eine akustische Reise durch das Leben von Hufeisennasen“, wie die DWS in Hamburg mitteilte. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am Dienstagabend in der Botschaft der Wildtiere in der Hamburger Hafencity verliehen werden.
Fledermäuse führen laut DWS ein komplexes Sozialleben, und das vor allem über ihre Stimme. Fernandez wolle herausfinden, ob die Lautäußerungen angeboren oder erlernt sind und ob sie sich im Lauf des Lebens verändern. Ihre Forschungsobjekte seien bisher die neutropische Große Sackflügelfledermaus und das einheimische Große Mausohr. In dem von der Stiftung geförderten Projekt wolle sie ihre Untersuchungen nun auf die Familie der Hufeisennasen ausweiten.
Für ihre Arbeit kooperiert Fernandez mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Bayern. In zwei LBV-Gebäuden brächten die Fledermäuse ihre Jungtiere zur Welt. Mithilfe von Ultraschallmikrofonen an Kameras hoffe Fernandez, mehr über die Kommunikation der Hufeisennasen zu erfahren.
Sowohl die Kleine Hufeisennase als auch die Große Hufeisennase stehen in Deutschland unter besonderem Schutz: Die Kleine Hufeisennase wird auf der Roten Liste der Säugetiere als „stark gefährdet“ eingestuft, die Große Hufeisennase gilt als „vom Aussterben bedroht“.
Die Deutsche Wildtier Stiftung vergibt ihren Forschungspreis alle zwei Jahre. Zuletzt erhielt Stéphanie Schai-Braun den Preis für ihre Forschungsarbeit in Graubünden (Schweiz) zur Konkurrenzsituation dortiger Hasenarten bei globaler Erwärmung.