Die Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase in Nordrhein-Westfalen haben sich 2022 gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Mit 217,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten lag der Ausstoß um 0,1 Prozent niedriger als 2021, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz am Donnerstag in Essen mitteilte. Nach zehn Jahren sinkender Emissionen waren diese 2021 erstmals wieder um sieben Prozent angestiegen.
Hauptverursacher der Treibhausgase in NRW ist den Angaben zufolge mit rund 42 Prozent die Energiewirtschaft. In diesem Sektor hätten sich die Emissionen von 2021 auf 2022 zudem um 6,9 Prozent weiter erhöht. Ein Grund sei der vermehrte Einsatz von Stein- und Braunkohle zur Gewinnung von Strom und Wärme, durch den die rückläufige Nutzung von russischem Erdgas ausgeglichen werden sollte.
Auch im Verkehrssektor sei der Ausstoß klimaschädlicher Gase gestiegen, hieß es weiter. Die Erhebungen für das landesweite Emissionskataster ergaben demnach für den Straßenverkehr in NRW 2022 Emissionen in Höhe von 26,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
CO2 und andere Klimagase eingespart haben dagegen Privathaushalte und die Industrie. Für Haushalte und Kleinverbraucher ermittelte das Landesamt eine Emissionsminderung von 5,3 Prozent, für den Sektor Industrie um 6,5 Prozent. Als Ursache vermuten die Experten der Umweltbehörde Einsparbemühungen angesichts der inflations- und krisenbedingt stark angestiegenen Energiekosten.
Als klimarelevante Gase werden im „Treibhausgas-Emissionsinventar Nordrhein-Westfalen“ nicht nur Kohlenstoffdioxid (CO2), sondern unter anderem auch Methan, Distickstoffoxid und Schwefelhexafluorid berücksichtigt.