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Ausstellung “Stolen Memory” erstmals in der Ukraine zu sehen

Die Wanderausstellung „Stolen Memory“ wird erstmals in der Ukraine gezeigt. Ab Januar sei sie unter anderem in Museen und Bildungseinrichtungen in Lviv, Kiew, Winnyzja und Dnipro zu sehen, teilten die Arolsen Archives im nordhessischen Bad Arolsen mit. Es ist nach eigenen Angaben das weltweit größte Archiv zu den Opfern des Nationalsozialismus. Dort gibt es rund 2.000 eingelagerte Objekte, die zum Beispiel Gefangene von Konzentrationslagern abgeben mussten, bevor sie dort unter unmenschlichen Bedingungen zu Tode kamen.

Die Ausstellung „Stolen Memory“ zeigt Abbildungen von Uhren, Briefe, Fotos, Schmuck und erzählt die Geschichte ihrer einstigen Besitzer. Dahinter steckt demnach die Hoffnung, noch Verwandte zu finden, denen man sie übergeben kann. Dies sei in der Vergangenheit häufiger gelungen. Für die Nachfahren seien solche persönlichen Gegenstände nicht selten die einzigen Erinnerungsstücke an ihre verstorbenen Urgroßeltern und Großeltern.

Die Ausstellung ist auch an mehreren Orten in Deutschland, Polen und Frankreich zu sehen. Dort wird sie auf öffentlichen Plätzen in einem Container präsentiert. In der Ukraine werden dagegen aus Sicherheitsgründen nur in der Ukraine gedruckte Plakate gezeigt. „Falls etwas durch einen Angriff zerstört wird, kann man es schnell nachdrucken“, sagte die Historikerin Charlotte Meiwes. Nach ihren Worten stammen die in der Ukraine gezeigten Gegenstände vor allem von ukrainischen Häftlingen des KZ Neuengamme bei Hamburg sowie von ukrainischen Zwangsarbeiterinnen, die in Deutschland unter anderem in der Rüstungsproduktion eingesetzt wurden.