Buch-Tipp der Woche

Auf der Suche

Zwei einst innige Schwestern leben sich auseinander. Nach einem Absturz soll nun eine der anderen helfen – davon erzählt Mona Høvrings "Weil Venus bei meiner Geburt ein Alpenveilchen streifte".

von Frank Keil

In die Berge soll es gehen, in die Alpen. Hoch hinauf, wo Schnee über Schnee liegt. Unterkommen will man in einem mondänen Hotel. Es wird dann weder die Schweiz noch Österreich. Es bleibt Norwegen, der Bus fährt die Schwestern Ella und Martha bis vor die Tür eines ganz ordentlichen Hotels oben am Berg, die Eltern zahlen. Ein Jahr Altersunterschied ist zwischen ihnen – doch Geburtstag haben sie beide am 18. Oktober. Überhaupt muss man ihr Verhältnis mindestens symbiotisch nennen. So teilten sie alles miteinander – bis Martha einen Mann kennenlernte, ihm Hals über Kopf nach Dänemark folgte. Alle wissen, das geht nicht gut – und es geht nicht gut. Nun ist Martha zurück, nach einem Aufenthalt in einer Klinik. Soll gestützt von ihrer Schwester weiter gesunden. Doch lässt sich die einstige Schwestern-Innigkeit hier oben im Schnee wiederherstellen?

Die Norwegerin Mona Høvring hat ein wunderbares Märchen geschrieben, manchmal fast wie im Delirium wirkend, das von der Suche nach der eigenen Identität erzählt. Und das uns Leser auf eine ganz eigene Weise mitnimmt, dass man beim Lesen denkt: Ist es nicht an der Zeit, mit dem Aufzug runter in den Speisesaal zu fahren?

Mona Høvring: Weil Venus bei meiner Geburt ein Alpenveilchen streifte.
Edition fünf, Gräfelfing, 2019, 134 Seiten, 19 Euro.

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