Neben einem Friedhof in Werne haben Archäologen fast 2.000 Jahre alte Brandgräber entdeckt. Die 30 Bestattungen lagen demnach „locker gestreut“ auf einer Fläche von etwa 6.600 Quadratmetern, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Montag in Münster erklärte. Anlass für die im Dezember beendeten Grabungen war die Planung der Stadt für das neue „Wohnquartier Südring“.
Bereits bei früheren Ausgrabungen am Südring 2024 stießen die Fachleute auf Funde aus einer Urnenbestattung aus dem 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus. Die damals ortsansässige germanische Gemeinschaft habe einen Verstorbenen zunächst verbrannt und dann in einem Keramikgefäß beigesetzt, erläuterte die LWL-Archäologin Eva Cichy. Wegen dieser „bedeutenden Fundstelle“ habe man in deren Umfeld vor der geplanten Überbauung noch einmal graben wollen.
Die jüngsten Arbeiten hätten für das Brandgräberfeld ganz unterschiedliche Totenriten nachgewiesen, sagte Cichy. Neben der Beisetzung des Leichenbrands in einer Keramikurne habe es unter anderem sogenannte Brandschüttungsgräber gegeben, bei denen die Asche ohne Urne oder Beutel direkt in eine Grube gegeben wurde. Innerhalb und außerhalb der Urnen seien auch Grabbeigaben gefunden worden, wie den Rest einer Gewandspange und eine halbe Glasperle. Die besser erhaltenen Urnen seien zur weiteren Bearbeitung in die Restaurierung der LWL-Archäologie gebracht worden.