Angesichts der neuen Arbeitsmarktzahlen für Bayern äußern sich Politiker und Gewerkschaftsvertreter kritisch zur aktuellen Teilzeitdebatte. Der bayerische Arbeitsmarkt sei in „Winterstarre“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Bayern (DGB), Bernhard Stiedl, am Freitag in München. Es gelte, „zur sachlichen und lösungsorientierten Arbeit zurückzukehren“. Diese brauche es, „statt mit untauglichen Vorschlägen, etwa zur Einschränkung von Teilzeit, Unsicherheit zu schüren“. Auch Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) verwies darauf, „wie stark sich die schlechte wirtschaftliche Lage am Arbeitsmarkt bemerkbar macht“.
Laut Bundesagentur für Arbeit waren in Bayern im Januar 344.777 Menschen arbeitslos gemeldet – 16.028 mehr als im Januar des Vorjahrs. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent, was gegenüber dem Vorjahresmonat aber nur einen geringen Anstieg bedeutet. Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember 2025 gilt laut Scharf als „saisonbedingt üblich“. Die bundesweite Arbeitslosenquote beträgt 6,6 Prozent.
Zugleich gibt es in Bayern weniger Jobs: Mit 101.148 gemeldeten offenen Arbeitsstellen waren 13.279 weniger Stellen im Bestand als im Vorjahresmonat. Laut Scharf sind aber vor allem Fachkräfte nach wie vor gesucht.
Wer den Arbeitsmarkt stärken wolle, muss laut Stiedl auf eine vorausschauende Wirtschaftspolitik setzen: „Angriffe auf die Rechte der Beschäftigten oder der Abbau des Sozialstaats schaffen keinen einzigen neuen Job.“ Scharf wiederholte ihre Aussage vom Donnerstag, Teilzeit sei „ein Instrument, von dem der Arbeitsmarkt profitiert und das auch Arbeitslosigkeit entgegenwirkt“. Flexible Teilzeitmöglichkeiten seien maßgeblich für die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen. (0308/30.01.2026)