Mehr als 20.000 antike Holzfunde zeigen, wie die Expansion des Römischen Reiches die Wälder nördlich der Alpen veränderte. Eine internationale Studie unter Leitung der Universität Freiburg belege die Abholzung alter Waldbestände und eine zeitweise Übernutzung, teilte die Uni am Freitag mit. Erst in der Spätantike konnten sich die Wälder demnach erholen.
Die Forscher werteten Holzproben aus dem Zeitraum von 300 vor Christus bis 700 nach Christus aus. Die Daten belegen, dass die Römer unberührte Wälder nutzten. „Mit der Ausdehnung des Römischen Reiches nördlich der Alpen konnten, wahrscheinlich durch verbesserte Transportinfrastruktur, auch zuvor ungenutzte Waldbestände erschlossen werden“, erklärte Studien-Erstautor Bernhard Muigg.
Ab dem 3. Jahrhundert nach Christus nahm das Durchschnittsalter der gefällten Bäume ab. Gleichzeitig verschwanden besonders alte Bäume. Die Forscher deuten das als Zeichen einer lokalen Übernutzung. In dieser Zeit spiegeln sich auch politische Krisen des Imperiums wider. So wurden weniger bearbeitete Nadelhölzer gefunden, die für Transportbehälter wie Fässer wichtig waren. Das könnte ein Hinweis auf einen Rückgang des Warenaustauschs sein. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht. (3155/05.12.2025)