Die Kunstausstellung „Comune“ zum Nahost-Konflikt im privaten Potsdamer Fluxus-Museum sorgt für anhaltende Kritik und Antisemitismusvorwürfe. Der Freundeskreis Yad Vashem kritisierte am Freitag, das dort gezeigte Bild der 1945 im KZ Bergen-Belsen gestorbenen Anne Frank mit einem Palästinensertuch instrumentalisiere die Biografie des jüdischen NS-Opfers. Kritik kam zuvor auch unter anderem vom Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner und dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, der Medienberichten zufolge Anzeige wegen Verharmlosung des Holocaust erstattet hat.
Der Freundeskreis-Vorsitzende Kai Diekmann erklärte, der Holocaust und seine Opfer seien „keine Schablonen für politische Auseinandersetzungen“. Wenn Anne Frank zur Palästinenserin und Israelis implizit zu den neuen Nazis erklärt werden, überschreite dies die Grenze des Antisemitismus. Dies gelte insbesondere dort, wo israelische Politik mit der des NS-Staats gleichgesetzt werde. Anne Frank mit einem Palästinensertuch zu zeigen, sei „nichts anderes als zynische Geschichtsverfälschung“.
Die Ausstellung „Comune – Das Paradox der Ähnlichkeit im Nahostkonflikt“ mit Bildern des Künstlers Costantino Ciervo wurde am 15. November eröffnet und soll bis zum 1. Februar gezeigt werden. Im Mittelpunkt stehen laut Museum großformatige Gemälde, die auf Porträts in traditioneller arabisch-palästinensischer Kleidung basieren. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) seien die Bilder in nahezu identische Darstellungen mit jüdisch-israelischer Kleidung und Symbolik transformiert worden.