Aids-Hilfe Frankfurt kümmert sich um Prävention

In den Anfängen der Aids-Hilfe ging es ums Überleben der Betroffenen, heute um die Art, wie sie leben können. „Am Anfang haben wir uns nur um die Erkrankten gekümmert, die wie Aussätzige behandelt wurden und haben sie oft bis zum Tod begleitet“, erinnert sich der Geschäftsführer der Aids-Hilfe Frankfurt (AHF), Achim Teipelke im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Heute gehe es um ein selbstbestimmtes Leben mit Aids und HIV. Betroffene sollten das Leben führen können, das sie führen möchten. Ihnen solle geholfen werden, sich selbst und andere zu schützen, „um ihre Liebe sicher ausleben zu können“. Die Aids-Hilfe-Frankfurt besteht seit 40 Jahren. Am 1. Dezember erinnert der Weltaidstag an das Schicksal der 41 Millionen Betroffenen.

Solidarität, Akzeptanz und Unterstützung von Menschen mit HIV sowie der queeren Community seien und blieben zentrale Aufgaben, sagte Geschäftsführer Teipelke. „Das Schaffen sicherer Räume, in denen Menschen nicht verurteilt werden oder Gegenleistung für ihre Akzeptanz bringen müssen, ist immer noch sehr wichtig“, betonte er. Trotz der Fortschritte der Medizin seien Menschen mit Aids und HIV noch immer stigmatisiert. Daher sei die AHF weiterhin politisches Sprachrohr gegen Diskriminierung von Erkrankten und helfe den Menschen ganz praktisch. „Viele leiden unter psychischen Beeinträchtigungen“, sagte Teipelke. Mit Angeboten zum betreuten Wohnen oder in Tageseinrichtungen beuge man Einsamkeit und sozialer Isolation vor.

Prävention ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit der AHF. Sogenannten „Risikogruppen“ schenke man besondere Aufmerksamkeit, sagte Teipelke. In Frankfurt leitet die AHF eine Beratungsstelle für männliche Prostituierte, queere und Trans-Prostituierte, ein Krisenzentrum mit Konsumräumen für Drogenabhängige und ein Safehouse für queere Geflüchtete. Diesen Menschen fehle oft das Wissen, sich angemessen vor Aids und HIV zu schützen, fügte er hinzu. Die Aids-Hilfe informiere, höre zu, baue Vertrauen auf und schaffe die Möglichkeiten, sich auf HIV oder andere Geschlechtskrankheiten testen zu lassen.

„Im Laufe der Jahre kamen die Menschen mit immer mehr Problemen zu uns. Wir haben versucht zu helfen, dementsprechend sind unsere Angebote und unser Netzwerk gewachsen“, blickte Teipelke auf die vergangenen 40 Jahre zurück. So seien etwa queere Jugendarbeit mit eigener Wohngruppe, sexuelle Aufklärung an Schulen oder Beratung für Regenbogenfamilien hinzugekommen.

HIV (Humanes Immunschwäche-Virus) ist ein Virus, das das Immunsystem angreift, während Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, erworbenes Immunschwächesyndrom) das Endstadium einer unbehandelten HIV-Infektion ist. Durch die Schwächung des Immunsystems kann Aids die Entstehung lebensbedrohlicher Infektionen ermöglichen. Eine rechtzeitige Behandlung kann die Vermehrung des Virus unterdrücken. Hauptsächlich wird HIV sexuell, durch Blut oder von der Mutter auf das Kind während Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit übertragen.

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