Ältere Menschen in Thüringen kaum gegen Gürtelrose geimpft

In Thüringen ist weniger als ein Viertel der über 60-Jährigen vollständig gegen Herpes zoster (Gürtelrose) geimpft. Wie der Landesgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer, Robert Büssow, am Montag in Erfurt informierte, verfügten rund 584.000 anspruchsberechtigte Thüringerinnen und Thüringer über keinen ausreichenden Impfschutz. Dabei empfehle die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung ausdrücklich.

Büssow nannte die bisherige Impfquote „absolut enttäuschend“. Angesichts der teils schweren Verläufe und Komplikationen müsse die Gürtelrose-Impfung stärker angeboten werden. Eine vollständige Impfung senke das Erkrankungsrisiko um 64 Prozent.

Nur 23,3 Prozent der Versicherten der Krankenkasse im Alter von über 60 Jahren sind in Thüringen vollständig geimpft. Das sei die niedrigste Quote in Ostdeutschland, sagte Büssow unter Berufung auf den aktuellen Arzneimittelreport seiner Krankenkasse. Bundesweit liege der Durchschnitt bei 21,3 Prozent; Schlusslichter seien Baden-Württemberg (15,2 Prozent) und Bayern (15,4 Prozent). In Sachsen-Anhalt habe fast jeder Dritte ab 60 Jahren den vollen Impfschutz.

Um die Impfquote zu erhöhen, schlägt die Barmer ein digitales Erinnerungssystem in der elektronischen Patientenakte vor. Mediziner könnten so automatisch auf ausstehende Impfungen hingewiesen werden. Zudem solle eine Impfberatung ab 60 Jahren als eigener Vorsorgetermin etabliert werden.

Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko an Gürtelrose. Menschen über 80 sind fast doppelt so häufig betroffen wie 60- bis 69-Jährige.

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