2.800 Orgelpfeifen für Neubrandenburg

„Aus Dankbarkeit“ hat eine Unternehmer aus Neubrandenburg tief in die Tasche gegriffen: zwei Millionen Euro für eine neue Orgel in der Konzertkirche. Die ersten Töne sollen bald erklingen.

Neubrandenburg. Die neue Orgel für die Konzertkirche in Neubrandenburg nimmt Gestalt an. Der technische Einbau des zwölf Meter hohen Instruments in die Marienkirche sei fast abgeschlossen, sagt Orgelbauer Philipp Klais (Bonn). Die klangliche Feinabstimmung soll nach Ostern erfolgen.
Die rund zwei Millionen Euro teure Orgel ist ein Geschenk des Neubrandenburger Maschinenbau-Unternehmers Günther Weber an die Stadt. Die Orgel besteht aus über 2.800 Pfeifen, die längste davon ist sechs Meter hoch. Sie erzeuge einen tiefen Ton, der fast nicht hörbar, aber umso mehr spürbar sein werde, so Orgelbauer Klais. Er teilt sich den Instrumentenbau mit Karl Schuke aus Berlin.

Warmer Orgel-Klang

Das Instrument wird 70 Register – einzeln wählbare Klangfarben – besitzen. Ziel sei, einen warmen, weichen und runden Klang der Orgel zu erzeugen. Der Einbau kann auf der Internetseite der Stadt Neubrandenburg per Webcam verfolgt werden. 
Eingeweiht wird die Orgel am 13. Juli zum 70. Geburtstag des Stifters. Er finanziere den Instrumentenbau "aus Dankbarkeit", so Weber. Der Unternehmer mit bundesweit über 1.000 Mitarbeitern will "der Region etwas von dem zurückgeben, was sie selbst erwirtschaftet hat".
Die ersten Konzerte sind bereits ausverkauft. Die Orgel ist nach Angaben ihrer Erbauer für die Konzertkirche ungewöhnlich, denn sie wird zwei Spieltische mit jeweils vier Manualen (Tastenreihen) haben. Der eine ist fest mit der Orgel verbunden, der andere soll auf der Orchesterbühne beweglich sein.

Zuschauersaal mit ausgezeichneter Akustik

Die Neubrandenburger Marienkirche war 1945 stark zerstört worden. 1975 hatte die damalige Mecklenburgische Landeskirche sie der Stadt Neubrandenburg übereignet. Nach ihrem Wiederaufbau zur Konzertkirche wurde sie im Sommer 2001 neu eröffnet.
Der neue Zuschauersaal umfasst 850 Plätze und verfügt über ausgezeichnete akustische Verhältnisse. Der Wiederaufbau der Kirche kostete insgesamt 31 Millionen DM, für eine passende Orgel fehlte damals jedoch das Geld. (epd)