In Zusammenarbeit mit filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission gibt die KNA Tipps zu besonderen TV-Filmen:
US-Regisseur Terry Gilliam befand schon als Jugendlicher, dass nichts langweiliger sei als das Bekannte. Deshalb kehrte der studierte Politologe seiner Heimat Ende der 1960er-Jahre den Rücken und schloss sich in England der Komikergruppe Monty Python an, die von seiner visuellen Fantasie enorm profitierten. Ein knappes Jahrzehnt später etablierte er sich mit “Ritter der Kokosnuß” und “Jabberwocky” selbst als Regisseur und schuf einige der eigenwilligsten und unverwechselbaren Werke der Filmgeschichte.
Hollywood war an ihm immer wieder interessiert, doch Gilliam konnte der Traumfabrik nichts abgewinnen und zog seine eigenwilligen Träume den großen Studios vor. Die von ihm abgelehnten Filme sind legendär – von “Roger Rabbit” bis “Die Truman Show”. Dafür verschrieb er sich Filmen wie “Brazil”, “König der Fischer” oder “Fear and Loathing in Las Vegas”.
In der erstmals ausgestrahlten Dokumentation (22.20 – 23.15 Uhr) von 2022 wirft Benjamin Clavel einen aufschlussreichen Blick in ein Werk voller Rittergeschichten, raffinierter Illustrationen und märchenhafter Erzählungen für erwachsene Kinder – Überraschungen und Schabernack inklusive. Für Konformismus ist darin kein Platz; vielmehr öffnet sich ein riesiges Tor in eine Welt voller Absurditäten und heilender Fantasien.
Zuvor zeigt Arte ab 20.15 Uhr den Film von 1995, einen furiosen Science-Fiction-Thriller über die Suche nach einem Mittel gegen eine Pandemie.
Die Pandemie, die hier fast alle Menschen hinwegrafft, war zur Zeit der Dreharbeiten für die meisten reine Fantasy; nach der Erfahrung von Corona sieht das anders aus. Zumindest in den lethalen Folgen jagt einem der Thriller einen existenziellen Schauder über den Rücken, wenn nur noch ein paar Menschen in Katakomben tief unter der Erde überlebt haben.
Zu ihnen gehört James Cole (Bruce Willis), der als Zeitreisender in die Vergangenheit geschickt wird, um etwas über die Herkunft des Virus und eine mysteriöse “Armee der 12 Monkeys” herauszufinden. Dabei lernt er in einer psychiatrischen Klinik den Sohn eines Genforschers kennen (Brad Pitt), der mit radikalen Tierschützern in Verbindung zu stehen scheint.
Zwischen Wahn und Wirklichkeit scheint Cole dem Virus tatsächlich auf die Spur zu kommen, wobei ein alptraumartiger Vorfall aus seiner Kindheit eine Rolle zu spielen scheint. Denn Cole erinnert sich immer wieder an einen Vorfall auf dem Flughafen von Philadelphia, als er die Erschießung eines Mannes miterlebte.
“12 Monkeys” ist einer der wichtigsten Filme von Terry Gilliam. Die Inszenierung springt dabei zwischen den Polen Apokalypse und Groteske hin und her. Damit verweist “12 Monkeys” nicht nur auf reale Ängste der 1990er-Jahre, sondern zitiert als Film-im-Film auch “Vertigo – Aus dem Reich der Toten” (1958), der schon Anstoß für Gilliams Vorlage war: “Am Rande des Rollfelds” (1962) von Chris Marker.