Zisterzienser planen ersten Klosterneubau seit Mittelalter

Mit einem Dankesfest haben die Zisterzienser-Mönche von Neuzelle am Samstag die symbolische Schlüsselübergabe für das Gelände des zukünftigen Klosters Maria Friedenshort gefeiert. Auf dem etwa acht Kilometer von Neuzelle entfernten Areal in einem Wald bei Treppeln soll in den nächsten Jahren das erste Kloster der Glaubensgemeinschaft in Brandenburg seit dem Mittelalter entstehen. Die Bauarbeiten nach Plänen der mexikanischen Architektin Tatiana Bilbao sollen voraussichtlich 2026 beginnen. In der DDR wurde das 75 Hektar große Gelände von der Stasi genutzt.

Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow (SPD) erklärte bei der Schlüsselübergabe, für das Projekt gebe es eine breite Unterstützung. Die Wiederansiedlung der Zisterzienser-Mönche knüpfe an die 750 Jahre alte Stiftstradition in Neuzelle an.

Die Klostergründung in Treppeln bereichere Neuzelle als Ort der Kultur und Bildung um eine religiöse und spirituelle Komponente: „Was mich besonders berührt: Die Nachnutzung des früheren Stasi-Geländes als Kloster hat etwas sehr Versöhnliches“, sagte Dünow.

Das Land Brandenburg hatte das ehemalige Stasi-Gelände um das Forsthauses Treppeln 2021 an die Mönche verkauft. 2022 begannen erste Abrissarbeiten der insgesamt 27 vorhandenen Gebäuderuinen.

Auf Initiative des katholischen Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt hatten 2018 sechs Mönche aus der österreichischen Zisterzienser-Abtei Heiligenkreuz das Priorat Neuzelle gründet. Die ursprüngliche Klosteranlage Neuzelle ist seit 1817 säkularisiert und wird heute von der öffentlich-rechtlichen Stiftung Stift Neuzelle verwaltet.