Wir werden Licht brauchen

Über Hoffnung im dunklen November schreibt Katrin Krüger. Sie ist Pastorin der Kirchen­gemeinde Lubmin-Wusterhusen (Mecklenburg-Vorpommern).

Der Predigttext des folgenden Sonntags lautet: „Ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt. Aber ihr seid Kinder des Lichtes. Lasst uns wachen und nüchtern sein.“ aus 1. Thessalonicher 5, 2.5.6

Stehen alle Zeichen auf „Ende“? Wenn mein Gesprächspartner Recht hat, dann ja. Alles, was wir in der Welt derzeit erleben, entspricht genau dem, wie es in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird und wovon auch Jesus schon gepredigt hat. Es sind zu viele Krisen – nun durch Corona verschärft.

Ich lasse das mit der Apokalypse im Raum stehen, wage keine Widerrede, behalte meine Zweifel für mich. Zu viele haben sich damit verrechnet und mit Gottes Gnade nicht gerechnet. Gerade vor ein paar Tagen habe ich einen Regenbogen am Himmel gesehen, der ist doch Gottes Zusage an uns, dass das Ende so schnell nicht kommt. Und wenn doch?

Spätestens jetzt im November gibt es für Vorbereitende und Besuchende von Gottesdiensten kein Ausweichen vor dem Thema „Wann und wie kommt der Tag des Herrn?“.

Ermutigende Worte

Wie ein Dieb in der Nacht, völlig anders als gedacht, die Zeichen falsch gedeutet oder übersehen, so lesen wir davon in der Bibel. Es ist müßig, darüber zu spekulieren. Aber wir sollen darauf gut vorbereitet sein, indem wir wachen, aber nicht schlaflos sind, und nüchtern bleiben, uns nicht die Sinne vernebeln lassen und Körper und Geist durch Rausch beruhigen. Es ist ja noch viel mehr als Corona, was uns zur Auseinandersetzung mit dem Ende zwingt, sei es das eigene Lebensende oder Lebensgewohnheiten. Andere wichtige Themen sind derzeit oft ausgeblendet – Aufrüstung, Klimaveränderungen, Fundamentalismus und Gewalt.

Trotz aller Unsicherheit oder trotz aller vermeintlichen Sicherheiten liest die Gemeinde im Thessalonicherbrief sehr ermutigende Worte. „Ihr seid Kinder des Lichtes.“ Wachen und nüchtern sein ist die einzige Strategie, mit dem drohenden Ende zurechtzukommen, weil es nicht das Ende von Gottes Reich bedeutet.

Kinder des Lichtes vertrauen auf Jesus, der gesagt hat: Ich bin das Licht der Welt, niemand muss in der Finsternis bleiben. Sein Licht leuchtet aus den Kindern des Lichtes heraus, das soll nicht verborgen bleiben. In diesem November werden wir ganz viel Licht brauchen.

Unsere Autorin
Katrin Krüger ist Pastorin der Kirchen­gemeinde Lubmin-Wusterhusen (Mecklenburg-Vorpommern).

Zum Predigttext des folgenden Sonntags schreiben an dieser Stelle wechselnde Autoren. Einen neuen Text veröffentlichen wir jeden Mittwoch.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren