Bis 2030 will die Evangelische Kirche im Rheinland ihre Ausgaben auf der landeskirchlichen Ebene dauerhaft um 33 Millionen Euro kürzen. Ein Sparpaket von 30,7 Millionen Euro wurde am Montag von der Landessynode beschlossen. Ein Überblick über einige der größten Sparposten:
STUDIERENDENARBEIT: Die neun Evangelischen Studierendengemeinden (ESGn) werden in den kommenden zwei Jahren auf Ebene der Kirchenkreise zu neuen Gemeindeformen weiterentwickelt, etwa „Gemeinden junger Erwachsener“, die von der Landeskirche unterstützt werden. Die Marke „ESG“ mit dem Symbol des roten Hahns bleibt erhalten. Die sechs Wohnheime werden aufgegeben und können von anderen Trägern übernommen werden. Aus der Beratung ausländischer Studierender zieht sich die Landeskirche zurück.
KIRCHLICHE SCHULEN: Die Einführung von Elternbeiträgen ab dem Schuljahr 2027/28 an den zehn evangelischen Schulen sollen bis 2030 insgesamt 2,2 Millionen Euro einsparen ab 2035 sind es 5,8 Millionen Euro. Dabei sind auch Investitionen geplant, um das evangelische Profil zu stärken und Gebäude instand zu halten.
ARBEITSLOSENFONDS UND HÄRTEFONDS : Der bisher mit jährlich einer Million Euro gefüllte Arbeitslosenfonds wird auf 750.000 Euro reduziert – zunächst war geplant, ihn ganz zu streichen. Für den Härtefonds stehen künftig 70.000 statt bislang 125.000 Euro zur Verfügung.
HAUS DER STILLE: In die Immobilie in Rengsdorf sollen keine Kirchensteuermittel mehr fließen, die Landeskirche will ab 2029 nur noch Personal für geistliche Begleitung bezahlen. So sollen 420.000 Euro eingespart werden. Ein Freundeskreis will sich um den Erhalt des Hauses bemühen.
VEREINTE EVANGELISCHE MISSION (VEM): Der Zuschuss der rheinischen Kirche wird schrittweise auf 20 Prozent verringert, ab 2036 spart die Landeskirche dadurch jährlich gut 715.000 Euro.
DIAKONIE RHEINLAND-WESTALEN-LIPPE: Mit der Diakonie RWL wird über eine schrittweise Reduzierung des Zuschusses um 20 Prozent verhandelt, die Umsetzung ergäbe eine Einsparung von 370.000 Euro.
AKADEMIE FÜR LAND UND JUGEND: Die rheinische Kirche steigt aus dem Trägerverein aus, dies reduziert ihre Ausgaben um 217.000 Euro.
Eine Reihe größerer Einsparungen ergibt sich aus Maßnahmen, die bereits umgesetzt werden:
Reduzierung der Umlage an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): 8,9 Millionen Euro
Probedienst von Pfarrerinnen und Pfarrern: 2,5 Millionen Euro
Transformation der Kirchlichen Hochschule Wuppertal zu einem Bildungscampus: 1,4 Millionen Euro
Übernahme der Versorgungslasten für Lehrkräfte durch das Land Rheinland-Pfalz: 1,4 Millionen Euro