Eine gute Nachricht zum Jahresbeginn: Das Trachom – lange die häufigste Ursache für Erblindung in armen Ländern – ist stark zurückgedrängt. In Kürze könnte es weltweit beseitigt werden.
Erstmals müssen weltweit weniger als 100 Millionen Menschen wegen eines Trachoms behandelt werden, einer zu Erblindung führenden Augenerkrankung. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag in Genf mit. Demnach sank die Zahl der Gefährdeten seit 2002 um 94 Prozent – von damals 1,5 Milliarden auf 97 Millionen Menschen im November. Die UN-Behörde sprach von einem Meilenstein. Ziel sei jetzt, das Trachom bis 2030 vollkommen zu beseitigen.
Zuletzt hatten der Mitteilung zufolge Ägypten und Fidschi erklärt, dass diese Form einer bakteriellen Augeninfektion kein Problem der öffentlichen Gesundheit mehr sei. Damit sind nun 27 Länder weltweit trachomfrei. Den Fortschritt ermöglicht hatten laut WHO Partnerschaften der Gesundheitsbehörden mit Nichtregierungsorganisationen, akademischen Einrichtungen und Gebern, darunter auch der Pharmakonzern Pfizer.
Das Trachom war in der Vergangenheit die häufigste Ursache für Erblindung in tropischen Entwicklungsländern. Begünstigt wurde die Infektionskrankheit durch schwierige hygienische Verhältnisse. Trachom zählt zur Gruppe der sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten. Von diesen Krankheiten, die grundsätzlich vermeidbar und behandelbar sind, sind laut WHO noch immer eine Milliarde Menschen betroffen, vor allem in medizinisch unterversorgten Regionen.