Weniger Studienanfänger in naturwissenschaftlichen Fächern

Biologie, nein danke! Immer weniger junge Leute wollen Naturwissenschaften studieren. Das hat laut Statistischem Bundesamt seine Gründe.

Junge Leute interessieren sich nicht mehr so sehr für ein naturwissenschaftliches Studium
Junge Leute interessieren sich nicht mehr so sehr für ein naturwissenschaftliches Studiumimago/Oliver Ring

Im Sommersemester 2021 und im Wintersemester 2021/22 haben deutlich weniger Menschen in Deutschland ein Studium in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begonnen. Rund 307.000 Frauen und Männer hätten ein Studium eines MINT-Faches aufgenommen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Das sei ein Rückgang um 6,5 Prozent binnen Jahresfrist, hieß es.

Die Statistik-Behörde nannte mehrere Gründe für die sinkende Zahl der MINT-Erstsemester: Demnach sinkt seit 2019 die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger insgesamt. 2021 lag sie um vier Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Parallel habe sich die Zahl der 17- bis 22-Jährigen verringert. Außerdem sei infolge der Covid-19-Pandemie die Zahl der ausländischen Erstsemester in Deutschland gesunken.

Gute Chancen bei Informatik-Studium

Über die Jahre ist der Frauenanteil unter den Studienanfängerinnen und Studienanfängern im MINT-Bereich allerdings gestiegen: Lag er 2001 noch bei 30,8 Prozent, so betrug er 2021 bereits 34,5 Prozent. Dabei gibt es laut Statistikamt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Fächern: Am höchsten war der Frauenanteil 2021 in Innenarchitektur (88,2 Prozent) am niedrigsten in Stahlbau (2,2 Prozent). In Informatik betrug der Frauenanteil unter den Studienanfängerinnen und Studienanfängern 21,8 Prozent.

Insgesamt beginnen mehr Frauen als Männer ein Studium, wie es weiter hieß: So lag der Frauenanteil unter allen Studierenden im ersten Hochschulsemester im Studienjahr 2021 bei 52,4 Prozent. Entgegen dem Trend an den Hochschulen ist die Ausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin beliebter geworden: Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in diesem Beruf sei von 9.800 im Jahr 2011 auf 15.800 in Jahr 2021 gestiegen. Wer Informatik studiere oder eine IT-Ausbildung abschließe, habe „derzeit gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, teilte die Behörde weiter mit.