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Wechsel an Spitze der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

Im Jahr 2024 wurde die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung 75 Jahre alt. Jetzt gab sie einen Wechsel im Generalsekretärs-Amt bekannt: Die Kulturmanagerin Julia Cloot folgt auf Rainer Godel.

Wechsel an der Spitze der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung: Die Kulturmanagerin Julia Cloot ist neue Generalsekretärin der Akademie, wie die Einrichtung am Mittwoch in Darmstadt mitteilte. Ab 1. April werde Cloot auch die Geschäftsführung der Akademie übernehmen.

Cloot folgt auf den Wissenschaftsmanager und Literaturwissenschaftler Rainer Godel, der von Juni 2024 bis Ende 2025 als Generalsekretär amtierte – als Nachfolger von Bernd Busch, der das Amt 21 Jahre bekleidet hatte.

Akademiepräsident Ingo Schulze erklärte, Cloot sei nicht nur in Literatur, Musik und Kunst der Gegenwart heimisch, sondern könne auch als Vermittlerin in die Gesellschaft wirken. Mit ihrer Unterstützung wolle man die Akademie “durch das Wildwasser der näheren Zukunft steuern”, so der Schriftsteller.

Cloot, geboren 1968 in Bonn, ist Literatur- und Musikwissenschaftlerin. Nach ihrer Promotion über den Schriftsteller Jean Paul (1763-1825) war sie Chefdramaturgin am Musiktheater Görlitz. Später leitete sie das Institut für zeitgenössische Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main.

2013 wechselte sie zum Kulturfonds Frankfurt RheinMain, zunächst als Kuratorin. Später übernahm sie dessen Künstlerische Leitung. Cloot ist Vorsitzende des Bundesfachausschusses Kulturelle Vielfalt des Deutschen Musikrates und Jurymitglied des Karl-Sczuka-Preises des Südwestrundfunks (SWR).

Cloot bezeichnete die Akademie für Sprache und Dichtung jetzt als eine “in Deutschland einmalige Kulturstätte”.

Die Akademie vergibt fünf Preise, darunter den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis, der als eine der wichtigsten deutschen Literaturauszeichnungen gilt. Zudem verleiht die Akademie den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay, den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa, den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung und den Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland.

Die Akademie feierte 2024 ihr 75-jähriges Bestehen. Am 28. August 1949 – bewusst am 200. Geburtstag Goethes – war die Gründung der Akademie bei einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche verkündet worden.