Von fremden und bekannten Klängen

Sebastian Frank aus Hannover produziert die Musikaufnahmen und Notensätze zum Weltgebetstag der Frauen. Auch die CD für den Weltgebetstag am 4. März stammen aus seinem Studio.

Sebastian Frank arbeitet bei seinen Produktionen mit westlich geprägten Instrumenten ebenso wie mit landestypischen
Sebastian Frank arbeitet bei seinen Produktionen mit westlich geprägten Instrumenten ebenso wie mit landestypischenJan von Linge

Wie kam es dazu, dass Sie seit zehn Jahren die CDs für den Weltgebetstag produzieren?
Sebastian Frank: Ich bin seit vielen Jahren mit der Musikerin und Texterin Bea Nyga befreundet. Sie ist im Weltgebetstag-Team führend als Produzentin. Sie fragte mich, ob ich nicht die CDs für den deutschsprachigen Raum produzieren wolle. Daraus entstand eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die nun bereits mehr als zehn Jahre besteht.

Welche Länder sind Ihnen bei den Musikaufnahmen besonders in Erinnerung?
Ganz besonders in Erinnerung sind mir die Lieder aus den Ländern, die eher exotisch oder nicht so bekannt sind. Dazu zähle ich Malaysia, Bahamas, Philippinen, Suriname und vor allem Vanuatu. Der Inselstaat im Südpazifik war mir vorher nicht bekannt.

Welche Instrumente kommen in Ihrem Studio zum Einsatz?
In der Regel arbeite ich zunächst mit unseren westlich geprägten Instrumenten wie Gitarre, E-Bass, Schlagzeug, Percussion, Geige oder Cello. Es kommen auch exotische Instrumente hinzu wie zum Beispiel die Sitar, die Flöte Ney, eine Kalimba oder eine Rahmentrommel. Dazu lade ich mir dann Weltmusiker ein wie zum Beispiel den wunderbaren iranischen Musiker Omid Bahadori.

Welches Land war fürs Sie aus musikalischer Sicht die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung war gleich das erste Land Malaysia. Dieser Staat in Südostasien bietet in musikalischer Hinsicht viele Klänge an, die unserer Musikkultur doch eher fremd und ungewöhnlich erscheinen. Das betrifft nicht nur die Art der Instrumente, sondern auch die Melodik und die Art zu singen. Da musste ich mich erst einmal reinarbeiten …

Wie gehen Sie genau vor, wenn Sie von einem neuen Land erfahren, das Sie musikalisch für Deutschland vorstellen sollen?
Zunächst einmal beschäftige ich mich mit der Kultur des Landes, den Gebräuchen und der Entstehung der musikalischen Kultur. An erster Stelle stehen dann natürlich die gebräuchlichen Musikinstrumente des Landes, die typisch sind für das musikalische Erscheinungsbild. Hinsichtlich der Auswahl der Lieder der Frauen des jeweiligen Landes gilt jedoch, dass sie sich im Allgemeinen stark an der westlichen Welt orientieren und der folkloristische Teil eher in den Hintergrund tritt. Da meine Produktionen den deutschsprachigen Raum betreffen, überträgt unser Musikteam viele Texte ins Deutsche. Aber es gibt auch eigene Kompositionen, wenn das Material zu dünn wird. Außerdem greifen wir auch hin und wieder auf bekannte Lieder des jeweiligen Landes zurück, wie etwa bei den aktuellen Ländern England, Wales und Nordirland. So sind im CD-Bereich „Hören und Genießen“ die Songs „Dirty old town“ oder „Come by the hills“ zu hören.

Beschäftigen Sie sich bereits mit der Musik für den Weltgebetstag im Jahr 2023?
Ja. Der nächste Weltgebetstag wird von den Frauen aus Taiwan gestaltet. Das wird eine große Herausforderung werden. Dort kommen viele Streich- und Schlaginstrumente zum Einsatz. Aber es ist auch zu beobachten, dass sich dieses Land gerade zur Blockflötennation entwickelt. Wer hätte das gedacht?