Unterstützung kommt aus Hessen

Seit Anfang aus August läuft das Projekt „Kirche am Urlaubsort“ in Kühlungsborn. Pastor Matthias Borchert wird dabei unterstützt von zwei Hessen.

Kühlungsborn. Seit acht Jahren engagieren sich Corinna Paulekuhn, gelernte Erzieherin und als Heilpädagogin mit Menschen mit Behinderung in einer Berufsschule tätig, und Werner Poddey, Rentner und früher IT-Trainer und Dozent, in der Urlauberseelsorge. Dafür nimmt Corinna Paulekuhn Urlaub. Beide haben zuerst Erfahrungen in der Urlauberseelsorge in ihrer Heimatkirche Kurhessen-Waldeck gesammelt, waren dann drei Sommer in Büsum, im Feriendorf Golsmaas und in Laboe bei Kiel. In diesem Jahr nun kamen sie für drei Wochen an die ostdeutsche Ostsee – nach Kühlungsborn.
Gleich am ersten Tag wurde es – nach den organisatorischen Absprachen – praktisch: Pastorin Maren Borchert hatte mit Jugendlichen einen Strandkorb vorbereitet, der bunt angemalt werden musste, damit er den Urlaubern schon von weitem anzeigt: Hier ist die Urlauberkirche, hier sind Leute, mit denen man reden kann, denen man sich anvertrauen kann.

Mit Gitarre am Strandkorb

An den Strandkorb wurde abends um 17 Uhr zu einer Gute-Nacht-Geschichte eingeladen. Pastor Matthias Borchert brachte seine Gitarre mit. Neben Liedern, Bewegungsspielen und einem Puppenspiel gab es stets auch eine frei erzählte Geschichte, berichten Paulekuhn und Poddey. Die Kinder wurden mit einem Segenslied verabschiedet und bekamen ein zur Geschichte passendes Symbol auf ihre Gute-Nacht-Plaketten.
Der „Abendsegen“ um 19.30 Uhr sollte Jugendliche und Erwachsene ansprechen und ihnen, nach einem thematischen Impuls, Gelegenheit geben, über religiöse Fragen ins Gespräch zu kommen. „Als Abendsegen führten wir einen Pilgerspaziergang zu den Perlen des Glaubens durch, veranstalteten eine Kino-Andacht und einen Abend zu dem Thema Wege des Friedens am Beispiel des heiligen Franziskus“, so Paulekuhn.
Ein weiteres Angebot habe sich an Familien mit Kindern gerichtet. Bastelnachmittage sonnabends um 15 Uhr sollten Eltern und Kinder zusammenbringen, um an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. „Wir boten das Basteln eines einfachen Drachens, Wurfballs oder Korkenfloßes an. Mit einem gemütlichen Beisammensein gingen die Nachmittage mit Kaffee, Saft und Kuchen zu Ende.“ Dies zeige, so fügt Pastor Borchert hinzu, dass der Schwerpunkt von „Kirche am Urlaubsort“ nicht darin liegt, „Animationsveranstaltungen“ für Kinder anzubieten, sondern gerade im Urlaub Eltern und Kinder anzusprechen, gemeinsam etwas zu erleben.
Die beiden ehrenamtlichen Urlauberseelsorger unterstützten an den Sonntagen auch die Kindergottesdienst-Mitarbeiterinnen und bereicherten den gemeinsam vorbereiteten Familiengottesdienst mit einem Puppenspiel und Fürbitten. „Neu und erfreulich war für uns nach acht Jahren Urlauberkirche das erste Mal die enge und sehr gute Zusammenarbeit mit dem Ortspastor. Die besondere Gastfreundschaft haben wir genossen“, so Corinna Paulekuhn und Werner Poddey übereinstimmend.