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Tschechischer Bischof erinnert an Vertreibung der Deutschen

Nach Weltkriegsende kam es im heutigen Tschechien und der Slowakei zu Massenvertreibungen von Deutschen. 80 Jahre später wird an der Versöhnung gearbeitet – auch mit Hilfe der Kirche.

An die Vertreibung der deutschen Minderheit nach dem Zweiten Weltkrieg will der katholische Bischof von Leitmeritz (Litomerice) in Tschechien, Stanislav Pribyl, in Gottesdiensten erinnern. Dazu habe er 2026 zum “Jahr der Versöhnung” erklärt, wie Radio Prag berichtete. Historiker begrüßten die Initiative.

Den Angaben zufolge sollen an zwölf Orten in dem nordtschechischen Bistum “Versöhnungsgottesdienste” gefeiert werden. Die Messen würden ökumenisch abgehalten und sollen nächsten Dienstag beginnen. Ziel sei es, Begegnungen zwischen Zeitzeugen und deren Nachkommen zu ermöglichen.

Schätzungen zufolge wurden nach dem Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen deutschstämmige Bewohner – Sudetendeutsche und Karpatendeutsche – von den neuen Machthabern aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben. Im Zuge der kollektiven Vertreibungen in den Jahren 1945 und 1946 kamen Tausende Menschen ums Leben.