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Trotz Drohungen ist Kuba zu Dialog mit den USA bereit

Aus Sicht des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel versuchen die USA durch eine Erdölblockade, die Wirtschaft des Inselstaates „vollständig zu ersticken“. Trotzdem sei Kuba seinen Worten zufolge zu einem Dialog mit den Vereinigten Staaten bereit, solange dieser ohne Vorbedingungen und „unter Achtung unserer Souveränität“ stattfinde, berichtete die Zeitung „La Jornada“. Es sei möglich, eine „zivilisierte Beziehung“ zwischen den beiden Nachbarländern aufzubauen, habe Díaz-Canel am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten betont.

Vergangene Woche hatte US-Präsident Donald Trump Kuba zu einer „außergewöhnlichen Bedrohung“ für die Sicherheit der Vereinigten Staaten erklärt. Per Dekret will Washington Strafzölle auf Waren aus Ländern erheben, die Erdöl an Kuba liefern. Damit verschärfen die USA die seit 1962 andauernde Wirtschaftsblockade der kommunistisch regierten Insel. Díaz-Canel wehrte sich gegen den Vorwurf, Kuba unterstütze ausländische Militärs und als terroristisch eingestufte Organisationen.

Das kubanische Staatsoberhaupt versicherte, Kuba sei in dieser Krise nicht allein. Jüngst hatten Mexiko, China und Russland der Karibikinsel Hilfslieferungen zugesagt. So erklärte am Mittwoch der Generaldirektor der mexikanischen Firma Pemex, Víctor Rodríguez Padilla, das Staatsunternehmen habe 2025 Erdöl im Wert von rund 496 Millionen US-Dollar an Kuba verkauft und könne weiter liefern.

Ebenfalls am Mittwoch hatte UN-Generalsekretär António Guterres erklärt, Kuba drohe ein „humanitärer Zusammenbruch“, sollte es nicht genügend Öl erhalten. Der Dialog müsse fortgesetzt und das Völkerrecht geachtet werden, verlangte Guterres. Aufgrund des Erdölmangels kommt es inzwischen auch in der Hauptstadt Havanna fast täglich zu Stromausfällen, die mehrere Stunden andauern.