Tipps für eine entspannte Zeit am Lagerfeuer

Ein Lagerfeuer wärmt Körper und Seele und sorgt an kühlen Herbstabenden für Wohlfühlatmosphäre. Damit das Feuer nicht zu Schäden sorgt, hat der TÜV-Verband Tipps für die sichere Handhabung eines offenen Feuers zusammengestellt:

– : Es dürfen keine brennbaren Dinge in der Nähe sein. Eine Feuerstelle unter einem Baum ist wegen der großen Hitzeentwicklung kein geeigneter Standort. Ebenso sollte ein großer Abstand zu Büschen, Zäunen und Hütten gewahrt werden.

– : Neben Strahlungswärme kann auch Funkenflug gefährlich werden. Trockenes Gras in der Umgebung kann schnell in Flammen aufgehen. „Bei starkem Wind verbietet die Vernunft ein Lagerfeuer“, betont Hermann Dinkler, Referent für Brand- und Explosionsschutz beim TÜV-Verband.

-: Stabile Feuerschalen oder Feuerkörbe aus Stahl sind sicherer als ein Bodenfeuer. Die Behältnisse sollten kippsicher auf Steine oder anderen feuerfesten Untergrund gestellt werden.

– : Besonders eignen sich Feuerschalen aus Stahl, Eisen oder Gusseisen. Materialien, wie Terrakotta und Ton sind weniger hitzebeständig. Deshalb sollte in diesen Schalen keine Holzkohle abgebrannt werden, da die entstehenden Temperaturen sehr viel höher sind als beim Abfeuern von Kaminholz. Behältnisse aus Terrakotta, Ton und Keramik sind zudem weniger witterungsbeständig als Metall.

– : Feuerschalen mit GS-Zeichen wurden von einem TÜV-Unternehmen auf sichere Konstruktion und Standsicherheit geprüft. Auch die Hitzeverteilung und Reinigungsfreundlichkeit wurden getestet.

– : Wer keine Feuerschale besitzt, sollte Gras abstechen, ein Loch ausheben und eine Umfriedung aus Steinen legen. Wacklige Dreibein-Grills sind aus Expertensicht für ein Lagerfeuer ungeeignet, auch weil Holz schwerer als Holzkohle und die Standsicherheit nicht gewährt ist.

– : Das Brennholz sollte trocken und unbehandelt sein. „Am besten eignet sich normales Kaminholz“, erklärt Dinkler. Unter keinen Umständen sollten kunststoffbeschichtete Spanplatten, lackierte Hölzer oder mit Schadstoffen belastete alte Bahnschwellen verfeuert werden. Auch Grünschnitt, Strauchholz oder aufgesammelte feuchte Äste seien tabu, weil sie viel Qualm und eine hohe Luftverschmutzung verursachten. Zudem unterliege das Verfeuern von Gartenabfällen länderspezifisch strengen Regeln.

– Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät zudem, die Brennmaterialien erst unmittelbar vor dem Anzünden aufzuschichten, da in Holz- und Reisighaufen viele Tiere wie Igel oder Jungvögel Unterschlupf finden. Sonst werde die Feuerstelle zum „Scheiterhaufen für Kleintiere und Insekten“.

– : Ein Feuer sollte ausschließlich mit festen Grillanzündern wie Paraffin, gewachsten Holzfasern oder nachhaltiger Holzwolle angezündet werden. Holz sollte danach nur in Maßen nachgelegt werden, im Idealfall mit einem schützenden Lederhandschuh.

-: Wer nah beim Feuer steht, sollte Bekleidung aus Wolle oder Baumwolle tragen statt leicht entflammbare Kunststoff-Kleidung. Auch Fleece-Jacken können durch Funkenflug schnell beschädigt werden. Falls die Kleidung doch einmal Feuer fangen sollte, muss laut Winkler das typische irrationale Weglaufen der Person unterbunden werden. „Notfalls sollte sogar ein Bein gestellt werden, um den Menschen zu Fall zu bringen und durch Wälzen am Boden die Flammen zu ersticken.“

– : In jedem Fall sollten mehrere Eimer Wasser, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher bereitstehen.

– : Ein Lagerfeuer ist für Kids immer schön und abenteuerlich. Dennoch muss jemand die Kleinen beaufsichtigen. Die Aufsichtsperson sollte ein Auge auf das Feuer haben und die Situation – im wahrsten Sinne des Wortes – nüchtern beurteilen, so der Brandschutz-Experte des TÜV-Verbands.

– : Ein Feuer sollte zum Schluss immer mit reichlich Wasser gelöscht werden, auch wenn es runtergebrannt scheint. Verborgene Restglut kann durch aufkommenden Wind sonst noch einmal aktiv werden und Schaden anrichten. Die Asche kann am folgenden Tag entsorgt – oder als nährstoffreicher Dünger für Gartenzwecke wiederverwendet werden.