Der Deutsche Tierschutzbund fordert Städte und Veranstalter auf, bei den anstehenden Umzügen zu Karneval auf den Einsatz von Pferden zu verzichten. Die Tiere gerieten im Trubel schnell unter Stress, teilte der Tierschutzbund mit. Lärm, Menschenmengen und ständig wechselnde Reize könnten Fluchtreaktionen bei ihnen auslösen. Das berge Risiken für die Tiere und für die Menschen am Zugweg. Musikzüge, Fußgruppen, Tanzformationen und Wagen sorgten auch ohne Pferde für Stimmung. Städte wie Bonn zeigten bereits, dass pferdefreie Umzüge möglich seien.
Tierschutzbund fordert besseren Schutz für Pferde
„Karnevalsumzüge schaffen Situationen, die für Pferde unvorhersehbar sind“, sagte die Expertin für Pferde beim Deutschen Tierschutzbund, Andrea Mihali. Viele Umzüge führen durch enge Innenstädte, begleitet von Rufen aus der Menge, Trommeln und Musik. Kostüme, Fahnen und Konfetti veränderten ständig das Bild. Hinzu kämen Gerüche, etwa durch Rauch, Alkohol oder Essen. Auch für trainierte Pferde sei diese Vielzahl an Reizen „herausfordernd“.
Tierschutzbund betont Verantwortung für tiergerechten Einsatz
Der Tierschutzbund räumte ein, dass in Karnevalshochburgen wie Köln oder Düsseldorf bereits Leitlinien des Umweltministeriums umgesetzt werden, die unter anderem Punkte an der Zugstrecke vorsehen, an denen Pferde aus dem Umzug genommen werden können. Zudem sollen die Pferde regelmäßig auf ihren Einsatz vorbereitet werden – zum Beispiel, indem sie an bestimmte Reize wie Wurfmaterial, Lärm oder Flatterbänder gewöhnt werden. „Doch auch diese Maßnahmen ändern nichts an der Tierschutzproblematik. Menschenmengen bleiben unberechenbar“, betonte der Verband.
Ob ein Pferd überfordert sei, lasse „sich nicht immer zuverlässig erkennen“, hieß es. Die Tiere könnten zunächst noch äußerlich ruhig wirken, obwohl sie bereits unter starker Anspannung stehen.
