Erfurt (epd). Mit Andachten und Gesprächsformaten beteiligen sich evangelische Kirchengemeinden in Thüringen am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. So stehe bereits am Sonntag in der Friedenskirche Jena eine musikalische Abendandacht im Zeichen des Erinnerns und des Gebets für Frieden und Menschlichkeit, teilte das Landeskirchenamt am Dienstag in Erfurt mit. Das musikalische Programm bestehe aus Werken von Joanna Forbes L’ Estrange, Josef Weiss, George Dyson und Viktor Ullmann, der im Konzentrationslager Theresienstadt komponiert hatte und später in Auschwitz ermordet wurde.
Ebenfalls am Sonntag laden die Jüdische Landesgemeinde Thüringen, das Katholische Dekanat Erfurt und der Evangelische Kirchenkreis Erfurt zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in das Augustinerkloster Erfurt ein. Im „Haus der Versöhnung“ berichten Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Gemeinschaftsschule zudem von ihren Eindrücken im Konzentrationslager Auschwitz.
Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach, in dem die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Mitglied ist, hat für den 27. Januar einen Gang durch die Stadt zu Orten organisiert, an denen Stolpersteine liegen. Hier soll an die ehemaligen jüdischen Mitbürger erinnert werden.
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945. In Deutschland gilt der 27. Januar seit 1996 als bundesweiter Gedenktag.