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Theologe plädiert für mutige experimentelle Wege in der Kirche

Neue Wege: Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen ist laut dem Theologen Markus Toppmöller entscheidend für die Zukunft der Kirche. Er plädiert daher für mutige Experimente vor Ort.

Die Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlich Engagierten ist nach Ansicht des Theologen Markus Toppmöller ein zentraler Schlüssel für die Zukunft der katholischen Kirche. “Ohne ehrenamtlich Engagierte würde es in meinen Augen überhaupt nicht funktionieren”, sagte Toppmöller dem Internetportal katholisch.de am Freitag. Beide Gruppen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssten künftig noch stärker zusammenwirken.

Der Theologe ist Direktor des katholischen Bildungszentrums “Wasserburg Rindern” in Kleve. Im Rahmen seiner Dissertation beschäftigte sich Toppmöller mit der Arbeit ehrenamtlicher Gemeindeteams im Bistum Osnabrück und untersuchte dabei die Fragen der Leitungsverantwortung auf lokaler Ebene. Ehrenamtliche Gemeindeteams könnten ihm zufolge ein mögliches Übergangsmodell sein, um neue Formen kirchlichen Lebens zu entwickeln. Sie könnten dabei helfen, in eine neue, andere Form von Kirche überzugehen, erklärte der Theologe.

Aus Erfahrungen in vielen Teilen der Weltkirche habe man gelernt, dass es auf eine neue Kultur des Glaubenslebens vor Ort ankomme, die sich an den jeweiligen lokalen Gegebenheiten orientiere, so Toppmöller. Ehrenamtliche Teams ermöglichten einen veränderten Blick auf bestehende Strukturen und könnten Wegbegleiter für neue Leitungsmodelle sein. Als dauerhaftes Modell sehe er sie jedoch nicht.

Mit Blick auf die Vertrauenskrise der katholischen Kirche betonte Toppmöller, ehrenamtliches Engagement könne helfen, krisenhafte Zeiten zu bewältigen. Entscheidend sei, dass Christinnen und Christen – ob haupt- oder ehrenamtlich tätig – die aktuellen Veränderungen nicht nur beobachteten, sondern “mutig auch experimentelle Wege wagen”. Diese müssten sich an den jeweiligen örtlichen Bedingungen orientieren und könnten daher von Ort zu Ort unterschiedlich aussehen.