Ende Januar treffen sich katholische Laien und Bischöfe in Stuttgart zur letzten Synodalversammlung. Sie ist Frucht des Synodalen Wegs zur Zukunft der Kirche. Ein kurzer Blick auf ein ambitioniertes Reformprojekt.
Der Begriff “Synodaler Weg” verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich “Weggemeinschaft”; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.
Der Reformdialog Synodaler Weg begann Ende 2019. Dabei berieten die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammen mit weiteren Delegierten über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland. Schwerpunktthemen waren die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. Ausgangspunkt bildete eine jahrelange Kirchenkrise, die der Missbrauchs-Skandal verschärft hat.
Höchstes beschlussfassendes Organ war die Synodalversammlung, die vom 29. bis 31. Januar in Stuttgart noch einmal zusammenkommt, um eine Bilanz zu ziehen. Unterdessen gehen die Gespräche zwischen Bischöfen und Laien weiter. Aus den Synodalversammlungen ging ein Synodaler Ausschuss hervor, der seinerseits den Grundstein für ein neues Gremium, die Synodalkonferenz, legte. Stimmt der Vatikan zu, könnte diese Synodalkonferenz im November ihre Arbeit aufnehmen.
Wie eine Synode hatte auch der Synodale Weg nur beratenden Charakter. Das letzte Wort bei einer möglichen Umsetzung der Beschlüsse in ihrem Bistum lag bei den Ortsbischöfen. Das sollte die Einheit mit der Weltkirche gewährleisten und einen nationalen Sonderweg verhindern. Auch die geplante Synodalkonferenz wird sich an die Vorgaben aus Rom zu halten haben.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) gab es in Deutschland neben Diözesansynoden zwei landesweite Synoden, die die Beschlüsse des Konzils umsetzen und konkretisieren sollten. In der Bundesrepublik war dies die Würzburger Synode (1971-1975). Manche ihrer Voten wurden von Rom abgelehnt oder blieben unbeantwortet. Für die katholische Kirche auf dem Gebiet der DDR gab es von 1973 bis 1975 die Dresdner Pastoralsynode.