Der Straßenverkehr ist die Hauptursache für Totfunde von Wölfen in Sachsen-Anhalt. Von 140 toten Wölfen, die seit 2010 registriert wurden, seien 99 dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Ines Wahl, am Dienstag in Halle (Saale). In den beiden vergangenen Jahren seien jeweils 15 tote Wölfe registriert worden, bei einem Gesamtbestand von rund 275 Wölfen in Sachsen-Anhalt.
„Dabei ist jedoch zu beachten, dass die wenigsten toten Tiere auch aufgefunden werden“, sagte die Sprecherin. Sowohl bei Wölfen, die eines natürlichen Todes gestorben sind, als auch bei illegalen Tötungen müsse von einer insgesamt größeren Anzahl toter Tiere ausgegangen werden.
2025 registrierte das in Iden in der Altmark (Landkreis Stendal) ansässige Wolfskompetenzzentrum des Landes drei illegale Abschüsse. Seit 2010 wurden insgesamt 18 illegale Wolfstötungen nachgewiesen.
Derweil hat die Landesregierung im Januar die Neufassung des Landesjagdgesetzes beschlossen. Mit der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht gebe es „klare rechtliche Strukturen für ein verantwortungsvolles Wolfsmanagement“, teilte das zuständige Landwirtschaftsministerium mit. So will man sogenannte „Problemwölfe“ künftig leichter „entnehmen“ können.
Der Wolf bleibe aber eine besonders geschützte Art. Doch es gehe darum, „auf die dynamische Entwicklung der Wolfspopulation mit einem rechtssicheren und praktikablen Instrumentarium reagieren zu können“.