Artikel teilen:

Steigendes Interesse an NS-Gedenkstätten in NRW

Das Interesse an den NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen bleibt hoch. Landesweit verzeichneten Einrichtungen im vergangenen Jahr steigende Besucherzahlen, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) zum Holocaust-Gedenktag (27. Januar) ergab. Allerdings hinterlassen Besucherinnen und Besucher auch geschichtsrevisionistische oder antisemitische Kommentare in Gästebüchern.

Das NS-Dokumentationszentrum in Köln mit Museum und Forschungsabteilung am Ort der einstigen lokalen Gestapo-Dienststelle mit erhaltenen Gefängniszellen zählte im vergangenen Jahr 95.539 Besucherinnen und Besucher. Dies sei ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erklärte die städtische Einrichtung. Das Forum Vogelsang IP, eine ehemalige NS-Ordensburg im Nationalpark Eifel bei Bonn, verzeichnete 229.000 Besucher, 1,7 Prozent mehr als 2024. Mehr Zuspruch gab es auch in der Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte.

Die KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte in Porta Westfalica bei Minden, ein Altbergbau und Stollensystem aus den letzten Kriegsjahren, legte bei der Besucherzahl um elf Prozent auf über 8.000 Gäste zu. Einen leichten Rückgang gab es 2025 im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster, Grund ist nach den Worten von Leiter Stefan Querl ein Doppeljubiläum im Jahr zuvor.

Vor allem die großen Gedenkstätten waren mit antisemitischen und israelfeindlichen Vorfällen konfrontiert. Das Dokumentationszentrum in Köln berichtet von 32 Vorfällen im Jahr 2025, zumeist Kommentare in den Gästebüchern des Hauses. Schmierereien im Gästebuch seien im Geschichtsort Villa ten Hompel an der Tagesordnung, beklagte dessen Leiter Querl.